Tuesday, April 16, 2024
Google search engine
HomeUncategorizedMunich trial: Turkish girl dies after high-voltage drama - smuggler on trial

Munich trial: Turkish girl dies after high-voltage drama – smuggler on trial

Shocking scenes at the Munich-Trudering freight station: Three individuals from Turkey – a 19-year-old man, a 15-year-old girl, and a 12-year-old boy – are found next to the tracks with severe burns.

Nearby, police officers and rescue teams discover five more migrants, some of whom are slightly injured. Later, four men connected to the drama are apprehended. Multiple ambulances and two helicopters are deployed.

The most severely injured and unconscious victims are immediately intubated, taken to the hospital’s emergency room, and put into a medically induced coma. While the 19-year-old man survives despite life-threatening burns to the head, torso, and legs, 15-year-old Melike A. dies a few days later from multiple organ failure.

Tragic end to a high-risk escape from Turkey

Anyone observing the dramatic events on the afternoon of May 24, 2022 from a distance would assume a horrible accident. However, that’s only half the truth. Based on what the investigators have uncovered, it’s the sad culmination of a serious crime.

This crime is slated to be legally resolved starting this Thursday at the Munich Regional Court. At its core, it involves the commercial and organized smuggling of foreigners and grievous bodily harm, with one case resulting in death.

The case is frightening for two reasons.

Firstly, it sheds light on the operations of criminal human traffickers, who are becoming increasingly ruthless and brutal – not only towards the police but also towards the smuggled migrants. They knowingly endanger their health and even accept deaths.

Secondly, it demonstrates the mounting pressure for more and more individuals from Turkey to leave their homeland and seek asylum in Germany. In doing so, they often entrust themselves to merciless smugglers and take potentially life-threatening risks.

Group accused of smuggling Kurdish individuals to Munich

The group of 12 Turkish men, women, and children stranded at the Munich freight station is also alleged to have sought the assistance of a smuggling gang. Several members of this clique are known to German law enforcement, and one man is now facing trial.

Facing charges is a 45-year-old Iraqi who recently lived in Lugano, a city in the Italian-speaking canton of Ticino in southern Switzerland. There, Hussein Mohamad Hussein H., known as “Zaza”, worked as a kitchen assistant.

After the drama in Munich-Trudering, he was sought with a European arrest warrant and was arrested in October 2022 in Italian Bergamo. He has been in pretrial detention in Munich-Stadelheim for over 14 months. In the trial, which is scheduled for ten days of hearings, he is defended by a total of four lawyers.

According to the prosecution, H. and at least nine other men formed a gang whose aim was to smuggle particularly Turkish nationals into Germany – via Greece, Bosnia, Slovenia, and Italy.

Reportedly, the smugglers charged between 2000 euros and 10,000 euros per person for their services. The accused H. is said to have played a crucial role in organizing the smuggling, according to the investigators. Allegedly, he was responsible for the final leg, that is, the smuggling from Italy to

Deutschland.

Er soll vorübergehend die Flüchtlinge in Verona untergebracht und seine – größtenteils aus Afrika stammenden – Komplizen angewiesen haben, die Geschleusten in Güterzüge zu schmuggeln. Offensichtlich wurden Pläne von Lkw-Trailern aufgeschnitten, die auf den Waggons standen, um die Flüchtlinge durch die entstandenen Öffnungen auf den Zug zu bringen.

Angeklagter Iraker (45) soll eine bedeutende Rolle gespielt haben

Laut den deutschen Ermittlern war allein das Einsteigen lebensgefährlich, da im Bahnhof Verona Oberleitungen verlaufen und die Gefahr eines plötzlichen Spannungsüberschlags bestand. Tatsächlich soll ein Flüchtling einen Stromschlag erlitten und sich am Bein verletzt haben. Außerdem sei die Zugfahrt für die Geschleusten sehr gefährlich gewesen, so die Anklage.

Die Ermittler berichten, dass am 24. Mai 2022 im Morgengrauen 12 türkische Staatsangehörige kurdischer Abstammung auf dem Bahnhof Verona in einen Lkw-Trailer geschmuggelt wurden. Das Ziel des Güterzuges war München. Keiner der Geschleusten besaß einen gültigen Pass oder einen Aufenthaltstitel für die Einreise nach Deutschland.

Der Angeklagte H. soll einen Mann aus der Gruppe als „Kontaktperson“ benannt haben. Dieser wurde dazu angehalten, aus dem Zug heraus Videos, Fotos und Live-Standorte an den Anführer des Schleusernetzwerks zu senden. Alle anderen Migranten mussten ihre Mobiltelefone ausschalten.

Als der in Verona sitzende H. anhand der Daten gesehen habe, dass der Zug in München angekommen war, habe er die Gruppe offenbar telefonisch aufgefordert, aus dem Lkw-Trailer zu klettern. Gegen 13.50 Uhr soll laut Staatsanwaltschaft der erste Mann ausgestiegen und weggelaufen sein.

Starkstrom-Drama auf Güterbahnhof – 15-Jährige stirbt

Anschließend soll sich ein anderer der Geschleusten auf die regenfeuchte Plane gekniet haben, um anderen bei der Flucht zu helfen.

In diesem Moment habe der 19-jährige Mann laut den Ermittlern die über dem Zugwaggon befindliche Oberleitung berührt oder sei ihr so nahe gekommen, dass es zu einem Spannungsüberschlag kam. Der Körper des Mannes wurde ebenso vom Starkstrom getroffen wie der von Melike A. (15) und ihres 12 Jahre alten Bruders. Trotz intensivster Bemühungen der Ärzte überlebte das Mädchen nicht.

Melike A. war zusammen mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder aus der Türkei geflohen. Die Familie gehört der kurdischen Minderheit an.

In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (BR) sagte die Mutter von Melike A. später über das Drama auf dem Güterzug: „Ich habe meinem Sohn beim Rausklettern geholfen und habe dann gesehen, dass seine gesamten Haare verbrannt waren.“ Anschließend habe sie nach ihrer Tochter geschaut und gesehen, dass diese auf dem Boden lag. „Sie war verletzt und rief: Mama, hilf mir!”

Die Mutter konnte ihren damals 12-jährigen Sohn aus dem Krankenhaus abholen. Die Tochter starb.

„Es war das Schrecklichste, was es gibt. Diesen Schmerz kann ich nicht beschreiben“, so die Mutter. Dem BR sagte sie weiter: „Als ich geflohen bin, dachte ich, dass ich meinen Kindern eine neue Zukunft ermöglichen werde. Ich wusste nicht, dass ich hier meine Tochter begraben müsste.“

Zwar mache sie sich Vorwürfe, so die Frau. Andererseits sei ihr klar: Die Familie hatte keine Wahl.

Immer mehr Menschen aus Türkei wollen in Deutschland Asyl

Wenn der Fall jetzt vor Gericht kommt, dürfte neben dem eigentlichen Schleusungsgeschehen eine weitere Frage für Diskussionen sorgen: Warum flüchten so viele Menschen aus der Türkei nach Deutschland?

Tatsächlich: 2023 stellten 61.181 Türken bei uns einen Asylerstantrag – so viele wie noch nie. Damit ist die Türkei zum zweitgrößten Herkunftsland Asylsuchender in Deutschland geworden.

Allerdings: Nur bei 13 Prozent der Antragssteller aus der Türkei wurde das Asylgesuch positiv entschieden. Zum Vergleich: Bei Syrern beträgt die sogenannte Schutzquote rund 88 Prozent, bei Afghanen knapp 77 Prozent.

Ab 2016, nachdem ein Putschversuch gegen den Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gescheitert war, stieg der Anteil positiver Asylentscheidungen für Menschen aus der Türkei deutlich an. Danach sank er wieder.

Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) gaben vergangenes Jahr rund 84 Prozent aller Menschen aus der Türkei im Asylverfahren an, einen kurdischen Hintergrund zu haben. Doch nur 4,5 Prozent ihrer Anträge wurden anerkannt.

Die Organisation Pro Asyl wirft dem Bamf vor, die menschenrechtliche und politische Situation in der Türkei zu verharmlosen. Andere Experten widersprechen. Grund für die vielen Ablehnungen sei, dass immer mehr Kurden ihren Asylantrag zwar mit Verfolgung erklären, dies aber nicht glaubhaft darlegen können.

RELATED ARTICLES

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

- Advertisment -
Google search engine

Most Popular

Recent Comments