Tuesday, April 16, 2024
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Putins Schiff versenkt: Der Krim-Angriff enthüllt einen fatalen Irrtum über die Gegengegenoffensive

Es sind beeindruckende Aufnahmen, die plötzlich einen ganz neuen Einblick in die Schlagkraft der Ukraine bieten: Die Luftstreitkräfte des Landes haben gemäß eigenen Angaben in der Nacht zum Dienstag ein Kriegsschiff der russischen Schwarzmeerflotte auf der annektierten Halbinsel Krim eliminiert.

Ein Video zeigt, wie das große Landungsschiff „Nowotscherkassk“ im Hafen der Stadt Feodossija auf der Schwarzmeer-Halbinsel von Marschflugkörpern getroffen wird. Ein gewaltiger Feuerball entsteht.

Dieser Angriff auf Putins Krim-Schiff kommt unerwartet. Viele Fachleute und Kriegsstrategen sahen Russland in den letzten Wochen eindeutig im Vorteil und die Ukraine in der Verteidigung.

„Schritt für Schritt wird nun die russische Überlegenheit im Krieg gegen die Ukraine spür- und sichtbar. Egal ob beim Personal, Material, Munition oder Moral – Wladimir Putins Erschöpfungskrieg zeigt seine Wirkung“, analysierte beispielsweise der ehemalige Oberst Ralph D. Thiele für FOCUS online.

„Es war nie richtig, die ukrainische Gegengegenoffensive als vollständig gescheitert anzusehen“

Der Angriff auf die „Nowotscherkassk“ malt ein anderes Bild. Bedeutet das, dass die bereits vielfach für gescheitert erklärte Gegengegenoffensive der Ukraine doch noch einmal an Fahrt gewinnt?

Der Russland-Experte Gerhard Mangott von der Universität Innsbruck äußert sich gegenüber FOCUS online: „Es war nie korrekt, die ukrainische Gegengegenoffensive als völlig gescheitert anzusehen.“ Die Offensive war zwar kaum erfolgreich bei der Rückeroberung der von Russland besetzten Gebiete. Aber: „Sie war erfolgreich mit gezielten Anschlägen im hinteren Bereich, abseits der Frontlinie“, so Mangott.

Genau dies scheint nun eingetroffen zu sein. Das Verteidigungsministerium in Moskau hat bisher verhalten reagiert. Es bestätigte den Angriff, berichtete jedoch nur über Schäden am Schiff. Eine Person sei bei dem „feindlichen Angriff“ getötet worden, teilte der von Moskau eingesetzte Krim-Gouverneur Sergej Aksjonow mit. Es gebe auch zwei Verletzte.

Aksjonow bestätigte in seinem Kanal im Telegram-Nachrichtendienst auch eine Explosion und ein Feuer in der Region Feodossija. Sechs Gebäude wurden demnach durch die Wucht der Detonation beschädigt. Das Gebiet sei abgeriegelt worden, Bewohner einiger Häuser müssten an anderer Stelle untergebracht werden, sagte Aksjonow. Er forderte die Menschen auf, Ruhe zu bewahren.

Zerstörung der „Nowotscherkassk“: „Das allein kann die Gegengegenoffensive nicht zu einem Erfolg werden lassen”

Die Versenkung der „Nowotscherkassk“ ist nicht der erste Angriff der Ukraine auf russische Kriegsschiffe. Gemäß ukrainischen Angaben wurden seit Kriegsbeginn zehn russische Schiffe versenkt und 16 beschädigt. Besonders viel Aufmerksamkeit erregte die Versenkung der „Moskwa“, des Flaggschiffs der Schwarzmeerflotte im vergangenen Jahr.

Der Russland-Experte Gerhard Mangott erkennt in den Angriffen eine durchaus erfolgreiche Strategie der Ukrainer. „Durch Marschflugkörper und ballistische Lenkwaffen wurden Schiffe versenkt, Kommandozentralen zerstört und russisch besetzte Militärflughäfen angegriffen. Die Zerstörung des Landungsschiffes Novotscherkassk reiht sich in diese Liste erfolgreicher Angriffe.“

Neuer Schwung für die Gegengegenoffensive also? Durchaus, sagt Gerhard Mangott, allerdings: „Das allein kann die Gegengegenoffensive nicht zu einem Erfolg werden lassen.“

„Für Russland zeigt sich damit wieder die Verwundbarkeit ihrer Marine”

Dennoch scheint Russland schwer von dem Angriff getroffen worden zu sein. Verteidigungsminister Sergej Schoigu soll umgehend Präsident Wladimir Putin über den Schlag gegen das Schiff und die Schäden an der„Nowotscherkassk“ gab bekannt Kremlsprecher Dmitri Peskow. Nach Angaben von Gerhard Mangott, „die Marine Russlands zeigt erneut ihre anfälligkeit, da manche Kriegsschiffe noch immer in den Häfen auf der Krim verweilen. Darum hat Russland eine Vielzahl seiner Kriegsschiffe an die russische Schwarzmeerküste in den Hafen von Novorossijsk verlegt, wo sie nicht von den Waffen der Ukraine erreicht werden können, die derzeit zur Verfügung stehen.“Die Krim, die 2014 rechtswidrig von Russland annektiert wurde, ist häufig das Ziel ukrainischer Angriffe. Die Halbinsel ist ein wichtiger Stützpunkt in Russlands Krieg gegen die Ukraine, von wo aus Moskaus Truppen im Süden des angegriffenen Landes mit Nachschub versorgt werden. Von der Schwarzmeer-Region aus greift Russland die Ukraine mit Drohnen und Raketen an. Die Regierung in Kiew hat mehrmals erklärt, die Krim von der russischen Besetzung befreien zu wollen.

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Joachim Krause
Emeritierter Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel und Chefredakteur von SIRIUS

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In Washington, the linkage of aid packages for Ukraine, Israel, and Taiwan with migration policy is hindering an agreement. The Republicans are demanding strict migration controls, which is seen within the Democratic Party as …

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Donald Trump is seen as an influential figure within the Republican party. His positions could contribute to the Republicans withdrawing their support for the foreign aid bill. This could have far-reaching consequences for …

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