Monday, April 22, 2024
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The former educator responds to the Pisa shock: Ex-teacher speaks out at FOCUS online – now clarifies something about migration

FOCUS online: You recently expressed criticism of the German education system in an interview here. The article has caused enormous waves and has been clicked on hundreds of thousands of times. Did you expect something like this?

Tayfun Taylor: I thought that many reactions would come. But so many? No, I didn’t expect that. One explanation for this might be that it’s rare for these things to be said so openly.

Why is that? What do you think?

Taylor: A teacher in the school service cannot give such an interview. First, they would have to ask their employer. This means that it’s almost never the case for teachers to just publicly express their opinion like that.

“Criticism was that I had swept the issue of migration under the rug”

Were the reactions to the interview also significant in your personal environment?

Taylor: Very much so. And it continues every day. My mailbox is exploding. I receive countless posts on LinkedIn, Facebook, WhatsApp, and via email. Many thank me for speaking so honestly. Some told me I should go into politics or to Markus Lanz at ZDF so that a fresh opinion can be heard there.

Most of the feedback is extremely positive. Both those directly addressed to me and those in the comment section of FOCUS online. I feel the ratio of approval for me is at least 75 percent. It has been criticized over and over again that I had swept the issue of migration under the rug. I would like to clarify that.

Ex-teacher: “For me, it’s unacceptable to put children with different languages together in a class”

Please.

Taylor: I didn’t want to ignore the topic, maybe I didn’t address it in detail. But now that I have the opportunity again: For me, it’s unacceptable to put children with different languages together in a class.

Let’s call it the keyword “inclusion”. This basically also affects non-native speakers who are then included. That’s a mistake. It’s also wrong to teach special needs students together with non-special needs students. That’s not fair to anyone.

My stance is clear: Non-native speakers must first be brought to an appropriate language level separately in order to be able to follow the lessons. Then they can join the other students. For me, it’s wishful thinking to believe that it could work differently. We’re talking about 50 percent of the class in some cases.

By the way: I’m daring to speak openly here as well, because technically speaking, I also have a migration background myself. My father came from Turkey to Germany in 1968. He had learned German at the Goethe-Institut in Ankara before. Not that I would generally consider this a requirement for schooling in Germany today…

“Nowadays, the school material is designed such that a lot has to be worked on at home”

But?

Taylor: Well, war refugees can certainlynicht Deutsch erlernen, bevor sie zu uns kommen. Hingegen sind separate Klassen die Lösung. Viele Eltern, die das Schulsystem in ihren Kommentaren kritisiert haben, haben eigentlich sinngemäß gesagt: Das größte Problem der Schule ist die Sprachbarriere im Unterricht, die dann auch die deutschsprachigen Kinder beim Lernen beeinflusst.

In dem letzten Interview haben Sie Ihre Schockiertheit darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Kluft an den Schulen immer größer wird und Kinder aus bildungsfernen Schichten bei PISA immer schlechter abschneiden. Sie wurden auch dafür kritisiert.

Taylor: Wahrhaftig, ich glaube, dass ich hier falsch verstanden wurde. Es überrascht mich überhaupt nicht, dass es so ist. Die Unterstützung im Elternhaus ist ein maßgeblicher Einflussfaktor für die schulische Laufbahn der Kinder. Hier müssen Eltern zur Zusammenarbeit motiviert und Anreize geschaffen werden, damit aus diesen Kindern auch etwas werden kann.

An dieser Stelle haben verschiedene Eltern in ihren Anmerkungen deutlich gemacht, wo dringender Handlungsbedarf besteht.

Und?

Taylor: Der Lehrplan ist heutzutage darauf ausgerichtet, dass viel zu Hause nach- und aufgearbeitet werden muss.

Dies stellt ein Problem dar. Ich meine das ernst. Wenn wir Gleichberechtigung wollen, muss sichergestellt werden, dass das, was während der Schulzeit erbracht werden soll, vor Ort erbracht werden muss. Nicht zu Hause, wo die einen Eltern haben, die unterstützen können – und die anderen eben nicht.

An dieser Stelle denke ich übrigens nicht nur an Bildung. Auch Zeit ist ein wichtiger Faktor. Wir leben nun mal nicht mehr in den 50er Jahren, wo die Hausfrau mittags das Kind betreut hat, um nach dem Mittagessen die Hausaufgaben mit ihm zu machen. Bedauerlicherweise.

„Die Gesellschaft hat sich verändert. Wir leben heute nicht mehr in den Fünfzigerjahren“

Bedauerlicherweise?

Taylor: Möglicherweise wurde das von uns immer negativ dargestellte Modell der Arbeitsteilung im Familienleben retrospektiv zu schlecht bewertet. Es hatte durchaus positive Aspekte. So oder so: Wir brauchen hier einen angemessenen Ersatz.

Von Seiten der Schulen wird immer wieder behauptet, dass Eltern ihren Erziehungsauftrag nicht erfüllen …

Taylor: … ich verstehe. Und die Mütter und Väter beklagen sich, dass der Lernstoff viel zu sehr in den Elternhäusern bewältigt werden muss, was nicht machbar ist.

Was ist denn nun die Wahrheit?

Taylor: Beides. Die Gesellschaft hat sich verändert. Noch einmal, wir leben heute nicht mehr in den Fünfziger- und auch nicht mehr in den Siebzigerjahren. Schule muss heute sowohl unterrichten als auch erziehen. Ich glaube überhaupt nicht, dass es uns weiterbringt, wenn Eltern und Schule sich gegenseitig beschuldigen.

„Das Schulsystem muss sich an der Lebensrealität der Menschen orientieren, nicht an irgendwelchen schön klingenden Theorien“

Was schlagen Sie vor?

Taylor: Das System gehört vollständig reformiert. Und: Natürlich müssen die genannten Probleme beim Aufbau eines neuen Systems berücksichtigt werden. Es muss sich an der Lebensrealität der Menschen orientieren, nicht an irgendwelchen schön klingenden Theorien.

Wir sollten parallel ein neues System in Betracht ziehen, dann können wir in zehn Jahren darauf umsteigen. Mich hat übrigens ziemlich nachdenklich gemacht, dass ein großer Teil der Unzufriedenheit, die in den Kommentaren geäußert wurde, von Lehrern stammt.

Wie erklären Sie sich das?

Taylor: Einige meinten, ich würde mir etwas anmaßen, nach nur fünf Jahren Berufserfahrung so zu sprechen. Das stünde mir, wenn überhaupt nach 20, eher nach 40 Jahren zu. Das sehe ich anders. Überhaupt wundert es mich, wie ich von meinen früheren Kollegen angegriffen werde, obwohl ich sie im Interview gar nicht kritisiert, sondern sogar in Schutz genommen habe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Menschen die Schule selbst nie kritisch betrachtet haben.

Ich glaube eher, dass viele schlicht den Zeitpunkt verpasst haben, sich hierzu zu positionieren. Und dann ist es irgendwann zu spät und es ist einfacher zu verteidigen, was man hat, als den kritischen Blick doch noch zu wagen.

Genau wie bei unserem jetzigen Bildungssystem, das wir stumpf verteidigen. Da müsste man sich ja eingestehen, dass man die ganze Zeit über etwas nicht wahrgenommen hat …

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