Monday, April 15, 2024
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Eine Meinung von Gabor Steingart: Trump kehrt zurück – jetzt müssen die Demokraten eine knifflige Wahl treffen

Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten, der dann abgewählt wurde, hat gute Aussichten, sich ein drittes Mal für die Nominierung zu qualifizieren.

Eine Steigerung seiner bisherigen Leistungen in Iowa – bei den Vorwahlen 2016 trat er gegen Ted Cruz an und verlor mit 24 zu 28 Prozent – hat es ihm diesmal ermöglicht, seine Konkurrenten deutlich zu übertreffen. Kurz nach Beginn der Abstimmung wurde er von den Nachrichtensendern zum Sieger erklärt.

Nach Auszählung von etwa 91 Prozent der Stimmen konnte Trump 50,9 Prozent für sich gewinnen, was 20 Delegiertenstimmen für die republikanische Kandidatur bedeutet.

Der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, belegt den zweiten Platz

Der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, sicherte sich mit 21,3 Prozent der Stimmen bzw. acht Delegiertenstimmen den zweiten Platz. Die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, erhielt 19,1 Prozent der Stimmen und sieben Delegierte. Der Unternehmer Vivek Ramaswamy erhielt weniger als acht Prozent der Stimmen und erklärte seinen Rückzug aus dem Rennen.

Bevor noch alle Stimmen gezählt waren, hielt Trump eine Rede an seine Anhänger und war ungewöhnlich friedlich:

„Das Wichtigste ist, dass wir den großartigen Menschen in Iowa danken wollen. Ich denke wirklich, dass es jetzt an der Zeit ist, dass unser Land zusammenkommt. Wir wollen zusammenkommen, egal ob Republikaner oder Demokraten, liberal oder konservativ.“

In anderen Worten: „Das Wichtigste ist, dass wir den großartigen Menschen in Iowa danken wollen. Ich glaube wirklich, dass es jetzt an der Zeit ist, dass wir alle, unser Land, zusammenkommen. Wir wollen zusammenkommen, egal ob wir Republikaner oder Demokraten, liberal oder konservativ sind.“

In den USA wählt die Parteibasis ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl. Das Abstimmungsverfahren der Vorwahlen ist komplex und variiert von Staat zu Staat. In Iowa fand die Entscheidung nicht in Wahllokalen statt, sondern bei kleinen Parteiversammlungen, sogenannten Caucus-Treffen. Die Anhänger der Republikaner versammelten sich trotz Temperaturen von minus 20 Grad oder noch kälter in Kirchen oder Gemeindesälen, um für ihren Favoriten zu stimmen.

Trumps Ex-Vizepräsidenten hatten zuvor frustriert das Rennen verlassen

Einige Rivalen, wie Trumps Ex-Vizepräsident Mike Pence und der ehemalige Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, hatten frustriert das Rennen verlassen. Ihr Anti-Trump-Kurs war klar und prägnant – Christie nannte ihn einen „Clown“; Pence sprach davon, dass „jemand, der sich über die Verfassung stellt, niemals Präsident der Vereinigten Staaten sein sollte“. Doch genau diese Klarheit war von einer Mehrheit der republikanischen Wähler nicht gewünscht. Der Ort ihrer Sehnsucht ist Mar-a-Lago in Florida, die Residenz von Donald Trump.

Als Nächstes steht für Trump, Haley und DeSantis am 23. Januar in New Hampshire die Überzeugung der Delegierten an. Doch auch dort hat Trump laut den jüngsten Umfragen mit bereits rund 43 Prozent einen soliden Vorsprung vor Haley (30,3 Prozent) und DeSantis (5,8 Prozent).

Im Juli entscheiden die Republikaner dann endgültig auf ihrem Parteitag in Milwaukee (Wisconsin) über ihren Präsidentschaftskandidaten. Bis dahin lautet die Devise: So viele Delegierte wie möglich hinter sich bringen. Denn um am Ende die Nominierung der Partei für die Präsidentschaftswahl zu gewinnen, muss ein Kandidat von mindestens 1215 der 2429 Delegierten gewählt werden.

Mit nur 40 republikanischen Delegierten hat Iowa zahlenmäßig eine geringe Bedeutung für das Präsidentenrennen. Doch das große politische und mediale Spektakel bei der Vorwahl war enorm.

verleiht dem siegreichen Kandidaten in den kommenden Abstimmungen Auftrieb. Trump hat damit auch seine Fähigkeit zur Festlegung der Tagesordnung zurückerlangt. Die rechtlichen Auseinandersetzungen konnten ihn nicht aufhalten.

Sein Hauptanliegen bleibt die Migration. Er wiederholte seine Forderung, die Grenze zu Mexiko abzudichten und die “Invasion” von Einwanderern an der Südgrenze zu stoppen.

Gefolgt von der Wirtschaftslage, wobei insbesondere die hohe Inflation aufgrund gestiegener Energiepreise ihm in die Hände spielt. Über die Regierung Biden würde die ganze Welt lachen:

“Die ganze Welt lacht über uns.”

Auf Deutsch: “Die ganze Welt lacht über uns.”

„Putin und ich haben uns immer gut verstanden“

In der Außenpolitik machte Trump in seiner Siegesansprache heute Nacht deutlich, dass er auf seine Persönlichkeit setzt. Mit ihm hätte es keinen Krieg in Europa gegeben:

“Putin und ich haben uns immer gut verstanden.”

Das hohe Alter bleibt jedoch das unterschwellige Hauptthema dieses Wahlkampfes. Denn beide setzen neue Maßstäbe in der Altersgruppe der US-Präsidenten. Als Donald Trump 2017 zum 45. Präsidenten gewählt wurde, war er mit 71 Jahren der älteste je gewählte Präsident der USA. Doch der Rekord hielt nicht lange, denn schon 2021 löste Joe Biden (zu diesem Zeitpunkt 78 Jahre alt) nicht nur Trump als 46. Präsidenten ab, sondern wurde auch zum Rekordhalter.

Am Ende einer potenziellen zweiten Amtszeit wäre Joe Biden 86 Jahre alt.

Schon jetzt zeigen sich erste Alterserscheinungen bei Biden und Trump. Zum Beispiel bei den vielen Stolperern bei offiziellen Veranstaltungen von Biden, wie beim Nato-Treffen in Polen, bei einem öffentlichen Auftritt in Colorado im Juni 2022 oder bei einem Fahrradsturz im gleichen Monat.

Der Economist rät in dem Artikel “Herzinfarkte, Schlaganfälle, Demenz – können Biden und Trump die Quoten übertreffen?” das Unvermeidliche:

“Alter, sagen sie, bringt Weisheit. Aber es bringt auch Verfall. Wenn letzteres anfängt, ersteres zu überwiegen, ist es vielleicht an der Zeit, dass selbst die Ehrgeizigsten in Erwägung ziehen, sich in Ruhe zurückzuziehen.”

 

Zusammenfassung: Trump geht aus dieser Wahlnacht in Iowa gestärkt hervor. Die Demokraten wissen jetzt, mit wem sie es zu tun haben. Spätestens jetzt. Die Demokraten müssen entscheiden, ob die Antwort auf diesen erstarkten Trump der gealterte Joe Biden sein kann. Noch ist es nicht zu spät für einen Wechsel auf dem Wahlzettel – oder sogar einen Wechsel im Weißen Haus.

Häufig gestellte Fragen zu diesem Thema


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Emeritus Director of the Institute for Security Policy at the University of Kiel and Editor-in-Chief of SIRIUS


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