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Forscher für Gesellschaftsanalyse: Warum unterstützt die Bevölkerung die Bauern mehr als die Umweltschützer?

Forscher für Gesellschaftsanalyse: Warum unterstützt die Bevölkerung die Bauern mehr als die Umweltschützer

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    In der Pflanze steckt keine Gentechnik

    Aber keine Sorge:
    Gentechnish verändert

    sind die

Montag, 08.01.2024, 09:24

Obwohl bei den Protestaktionen der Bauern teilweise ähnliche Methoden angewandt werden wie bei den Klimaaktivisten, werden die Proteste der Landwirte laut repräsentativen Umfragen überwiegend wohlwollend von der Bevölkerung aufgenommen. Forscher für Gesellschaftsanalyse, Andreas Herteux, erklärt die Gründe dafür.



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Dieser Text stammt von einem Expert aus dem FOCUS online EXPERTS Circle. Unsere Experts verfügen über hohes Fachwissen in ihrem Themenbereich und sind nicht Teil der Redaktion. Mehr erfahren.

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Warum wird der Bauernprotest von der Bevölkerung eher positiv und die Aktionen der Klimakleber tendenziell negativ bewertet?

Um dies in aller Tiefe verstehen zu können, ist es wichtig, die Struktur unserer heutigen Gesellschaft und die Prozesse zu kennen, die auf diese einwirken.

Unsere Gesellschaft ist nicht homogen, sondern eine Ansammlung von unterschiedlichsten Lebenswirklichkeiten, die nebeneinander existieren und jeweils ihre eigenen Wertvorstellungen, Handlungsmuster und Normen haben. Die Vorstellungen von Konsum-Hedonisten (ca. 8% der Bevölkerung) weichen von denen der Traditionellen (ca. 10%) deutlich ab. Prekär lebende Bürger (ca. 9%) haben andere Sorgen als Personen aus der konservativ-gehobenen Gruppe (ca. 11%). Hinzu hat das Internet einen Trend zur Individualisierung und ein Zeitalter des kollektiven Individualismus ausgelöst, das wissenschaftlich noch gar nicht erfasst ist und die uns vor Herausforderungen stellen wird, die heute kaum erahnbar sind.

Einige dieser Milieus haben eine Leitfunktion inne, d.h. sie beeinflussen das Denken und Handeln anderer Lebenswirklichkeiten, und versuchen auch aktiv die Gesellschaft zu formen. Dabei sticht das post-materielle (ca. 12%) hervor, das es mehr als ein Jahrzehnt lang geschafft hat, seine Themen politisch und medial in den Vordergrund bringen zu können. Dieses steht für Nachhaltigkeit, Diskriminierungsfreiheit, Postwachstum, Wokeness, Selbstentfaltung sowie Diversität, gilt als hochgebildet und lebt tendenziell eher in der Stadt als auf dem Land. Es herrscht ein ausgesprochenes Sendungsbewusstsein.

Parallel dazu wurden die Bedürfnisse anderer Milieus, der einer Mehrheit der Bevölkerung angehören, vernachlässigt oder marginalisiert, was bei diesen immer mehr Unzufriedenheit aufstaute, die sich zwangsläufig irgendwann entladen musste.

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Über den Gastautor

Andreas Herteux ist ein deutscher Wirtschafts- und Sozialforscher, Publizist und der Leiter der Erich von Werner Gesellschaft. Er ist zugleich Herausgeber und Co-Autor des Standardwerks über die Geschichte der Freien Wähler (FW). Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

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Nun ist es auch relativ einfach zu verstehen, warum die Aktionen der extremerenKlimaschützer und Landwirte werden in unterschiedlicher Weise wahrgenommen: Die energischen Bemühungen zur Durchsetzung von Klimazielen gelten als Thema der führenden und vermeintlich regierenden Elite, ob dies gerechtfertigt ist oder nicht. Der Protest der Bauern als Aufschrei der vernachlässigten Mehrheit, der auch Gruppen mobilisiert, die im Grunde genommen nicht viel mehr mit den Landwirten gemein haben als das Gefühl, ebenfalls von den Entscheidungsträgern und ihren Bedürfnissen ignoriert worden zu sein. Dies genügt jedoch, um den ersten Sympathie- und Solidaritätseffekt auszulösen.

Zusätzlich dazu tragen auch die hohe Symbolik, die Einfachheit der Angelegenheit und die Tatsache, dass das Thema den Alltag vieler Lebenswirklichkeiten betrifft, beispielsweise in Bezug auf steigende Preise, zum Verständnis bei. Vereinfacht gesagt, können sich die eigenen Sorgen und der eigene Ärger zunächst darin widerspiegeln.

Inwieweit ist die Ampel an der Entwicklung der negativen Grundstimmung beteiligt?

Sobald sich ein relevanter Teil der Bevölkerung nicht mehr von der vorherrschenden Politik repräsentiert fühlt, liegt die Ursache im Gesamtkontext und nicht allein in den aktuellen Momentaufnahmen. Die angedeutete Diskrepanz in der Abbildung verschiedener Interessen war schon zur Zeit des Kabinetts Merkel II, das von 2009 bis 2013 regierte, erkennbar und hat sich seitdem kontinuierlich verstärkt. Der “alternativlose” Umgang mit der Finanzkrise markierte hier einen Wendepunkt, der von Historikern oft noch nicht als solcher anerkannt wird.

Gleichzeitig sind Milieus entstanden oder haben sich verändert, die schrittweise von den Universitäten über erste berufliche Einstiegspositionen bis hin zu weiteren Karriereläufen in die Verantwortung gedrängt sind und maßgeblich am Diskurs beteiligt sind. Die Auswirkungen auf die Politik waren bemerkenswert, da sie sich zunehmend strategisch an den Bedürfnissen dieser Kräfte orientierte, was wiederum zu einer Verschärfung der Milieukonflikte führte.

Die Grundlagen der Unzufriedenheit wurden daher nicht von der Ampel gelegt, aber durch die großen Herausforderungen unserer Zeit sowie durch eine Politik, die von post-materiellen Vorstellungen dominiert wird, in einer Weise verschärft, dass sie sogar Lebenswirklichkeiten vereint, die im Grunde genommen wenig miteinander gemein haben und teilweise sogar im Wettbewerb und im Kampf um Anerkennung und Ressourcen stehen. Das Ergebnis ist die aktuelle Anti-Ampel-Stimmung.

Werbung für das Buch

“Grundlagen gesellschaftlicher Entwicklungen im 21. Jahrhundert: Neue Erklärungsansätze” von Andreas Herteux

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Andreas Herteux

Wirtschafts- und Sozialforscher, Publizist und der Leiter der Erich von Werner Gesellschaft

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Die Landwirte sind in der Wählerschaft der Ampel unterrepräsentiert. Bei der Bundestagswahl 2021 entschieden sich nur 12% der Landwirte für die SPD und 5% für die Grünen. Die FDP schnitt mit 14% überraschend stark ab, könnte …

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Es ist legitim, wenn Politiker die Interessen ihrer Wähler vertreten. Hubert Aiwanger, selbst Landwirt, repräsentiert die Bauern glaubwürdig. Die Freien Wähler, vergleichbar mit der CDU, sind in …

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