Tuesday, April 16, 2024
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Intensivierung der Maßnahmen: Chinas Wirtschaft jetzt doppelt unter Druck

Anfang 2023 konnte man in China überall spüren, wie die Erleichterung Einzug hielt. Nach drei Jahren strenger Corona-Maßnahmen mit Lockdowns und strikter Überwachung war die Normalität zurückgekehrt.

Die Parteizeitung “Global Times” formulierte euphorisch im Januar einen “Rachekonsum”, als Reaktion der Menschen. Doch der Boom nach dem Ende der Pandemie dauerte nicht lange an. Chinas Wirtschaft steht zu Beginn des neuen Jahres zwölf Monate später vor Unsicherheiten.

Der Motor der zweitgrößten Volkswirtschaft stockt

Die anfängliche Freude über die wiedererlangte Freiheit nach der Pandemie wich anderen Sorgen. Insbesondere die fortwährende Immobilienkrise beschäftigt die chinesische Mittelschicht. Ihre Ersparnisse stecken in Wohnungen, deren Wert sich lange Zeit nur nach oben entwickelt hat. Nun sinken die Preise. 

Die Turbulenzen bei den großen Immobilienentwicklern in China, die ihre Schulden nicht mehr bedienen können, erzeugen Verunsicherung. Allein Evergrande, der größte Entwickler des Landes, steht mit über 300 Milliarden Dollar in der Kreide. Das Ergebnis: Viele Menschen halten ihr Geld beisammen. Der Motor der zweitgrößten Volkswirtschaft stockt – und daran dürfte sich auch im neuen Jahr nicht viel ändern.

Obwohl die Behörden Maßnahmen zur Ankurbelung des Wohnungsmarktes ergriffen haben, darunter die Senkung der Mindestanforderungen für Hauskäufer und der Hypothekenzinsen in einigen Städten, gibt es kaum Anzeichen für eine Erholung.

„Die Regierung hat zwar Maßnahmen ergriffen, aber sie sind nicht stark genug“, sagt Liu Shengjun, Chefanalyst der chinesischen Denkfabrik Guoshi Financial Reform.

Jugendarbeitslosigkeit erreicht Höchststand

„Um eine wesentliche Verbesserung der Wirtschaft im Jahr 2024 zu erzielen, ist ein verstärkter Konsum unerlässlich“, meint auch Max Zenglein, Chefökonom des China-Instituts Merics in Berlin.

Dennoch wird es nicht einfach sein, das Vertrauen in diesem Umfeld zurückzugewinnen. Vor allem unter jungen Chinesen herrscht Unbehagen. Unternehmen, die durch die wirtschaftliche Lage verunsichert sind, stellen weniger ein.

Gleichzeitig drängt eine Rekordzahl von Hochschulabsolventen auf den Arbeitsmarkt. Im Sommer erreichte die Jugendarbeitslosigkeit mit über 20 Prozent einen Höchststand. Peking schaffte die entsprechende Statistik danach einfach ab.

Auch deutsche Unternehmen müssen umdenken

Neben den internen Problemen sieht sich Peking mit geopolitischen Herausforderungen konfrontiert. Der Handelsstreit mit den USA, vor allem um Hochtechnologien wie Computerchips, dauert weiter an. Der Westen wird in Peking zunehmend als Bedrohung gesehen.

Deutsche Unternehmen stehen ebenfalls vor der Notwendigkeit eines Umdenkens. “Durch die geopolitischen Spannungen machen deutsche Firmen ihre Lieferketten, Investitionen und Geschäftsfelder widerstandsfähig. Chinesische Unternehmen holen rasant auf und punkten mit Innovation und Geschwindigkeit”, fasst Jens Hildebrandt, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer (AHK), die Lage zusammen.

Nur noch wenige Unternehmen wollen in diesen komplexen Markt neu einsteigen. „Diejenigen, die bereits hier sind, bleiben“, sagt Hildebrandt. China ist und bleibt für viele deutsche Firmen der wichtigste Wachstumsmarkt.

Es bleiben Widersprüche

Trotzdem muss sich Peking stärker als bisher um ausländisches Kapital bemühen. Die kürzlich aufgehobene Visumspflicht für deutsche Staatsbürger zeigt, dass China sich bemüht.

Dennoch bleiben Widersprüche: Die Charmeoffensive mit dem Versprechen, den eigenen Markt öffnen zu wollen, steht im Kontrast dazu, dass es laut Hildebrandt in vielen Bereichen…

Still no equality of opportunity.

It remains to be seen if lost trust can be regained. Especially in public contracts, domestic companies are still being preferred over foreign competitors in many areas.

Beijing aims for a new growth model

“There will be further adjustments in Chinese economic policy by 2024,” believes economist Zenglein. An expansion of stimulus measures is also expected. However, Zenglein predicts that the aid will be limited.

Analyst Liu argues in this direction as well. In order to boost the real estate market, Beijing should further facilitate the purchase of homes and relax existing restrictions. Meanwhile, consumption could be stimulated by government-issued shopping vouchers.

Beijing’s long-standing goal is to transform the foundations of the economy and establish a new growth model. By 2049, China aims to be the leading economic and technological nation. In the short term, the leadership seems willing to endure a lean period until then. Growth at any cost is no longer the objective.

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