Monday, April 22, 2024
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Neue Attacken auf Ukraine: „Ziel ist die zivile Energieinfrastruktur“: Fachmann erläutert Putins Zermürbungsplan

In zahlreichen ukrainischen Städten hat Russland seine Angriffe massiv intensiviert. Die Strategie dahinter wird vom Militärexperten Carlo Masala erläutert.

Über die Feiertage gab es landesweiten Luftalarm und Bombenterror: Russland hat in den vergangenen Nächten seine Angriffe auf die Ukraine verschärft. Besonders stark betroffen war am Dienstag die Hauptstadt Kiew, wo der ukrainischen Armee zufolge mehrere Hyperschallraketen des Typs Kinschal eingesetzt wurden.

In der Millionenstadt wurden laute Explosionen von Einwohnern gehört. Es gab Berichte über Stromausfälle in mehreren Stadtteilen, die Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilte.

Anlagen der zivilen Infrastruktur wurden getroffen; eine Gasleitung wurde beschädigt und es gibt Probleme mit der Wasserversorgung. In einem Hochhaus wurden dreizehn Menschen durch eine Rakete verletzt, die einen Brand verursachte, berichtete Klitschko.

Auch aus anderen Teilen des Landes wurden Luftangriffe gemeldet: In der ostukrainischen Großstadt Charkiw wurde nach ersten Behördenangaben ein Mensch getötet; mehr als 20 Menschen wurden verletzt. Der Angriffskrieg Moskaus gegen die Ukraine dauert schon fast zwei Jahre an.

Warum nehmen die Attacken zu?

Experten zufolge liegt dies vor allem an der Jahreszeit. „Im Winter ist das Ziel, die zivile Energieinfrastruktur zu zerstören, was heute, am Dienstag, beispielsweise dazu geführt hat, dass es in großen Landesteilen der Ukraine keinen Strom und kein Gas gibt“, sagte der Militärexperte Carlo Masala dem Tagesspiegel .

Russland versucht zudem, die Luftverteidigungssysteme der Ukraine zu überwinden – „auch angesichts der Tatsache, dass es unklar ist, ob die USA und die Europäer in der Lage sein werden, genügend Munition für diese Verteidigungssysteme nachzuliefern.“

Es läuft „besser und besser“: Was ist Putins Strategie?

Die Strategie Russlands seit Kriegsbeginn war, die ukrainische Zivilbevölkerung zu zermürben, analysiert Masala. „Angriffe auf die zivile Energieinfrastruktur, die bei eisigen Wintertemperaturen besonders hart für die ukrainische Bevölkerung sind, beobachten wir schon seit zwei Jahren“, fügte er hinzu.

Die jüngsten Raketenangriffe waren umfangreich. „Aber ich würde jetzt nicht sagen, dass es eine große Steigerung zu dem ist, was wir in anderen Wintern gesehen haben.“

Präsident Wladimir Putin geht offenbar davon aus, dass das Jahr 2024 die entscheidende Wende für Russland im Krieg gegen die Ukraine bringen wird. Russland habe „die Initiative auf dem Schlachtfeld übernommen“, erklärte er am Dienstag bei einem Besuch im zentralen Militärkrankenhaus in Moskau. Es läuft „besser und besser“.

Der Ukraine werde bald die Munition ausgehen, prophezeite der Kremlchef bei dem Treffen mit verletzten Soldaten. Der Westen liefere auch unzureichend Nachschub an Waffen. „Sie haben ihnen 400 oder 450 Panzer geliefert, wir produzieren oder reparieren 1600 Panzer im Jahr“, erklärte Putin. „Und so ist es praktisch auf.

allen Positionen.“

Der Westen ändert deshalb gerade die Rhetorik in Bezug auf den Krieg, so Putin. Er glaubt, dass diejenigen, die gestern noch erklärt haben, es gehe darum, Russland eine „strategische Niederlage” zu bereiten, jetzt nach Worten suchen, um die Notwendigkeit zu begründen, den Krieg zu beenden.

Nur noch wenige deutsche Leopard-Panzer sind einsatzfähig. Warum gibt es Probleme?

Probleme entstehen aufgrund von Gefechtsschäden und technischem Verschleiß. Zudem sind offenbar nicht ausreichend Ersatzteile vorhanden, um sie zu reparieren.

Masala betont: „Hier liegt es in der Verantwortung der Unternehmen, die an der Produktion der Leopard-Panzer beteiligt sind, wie beispielsweise Rheinmetall oder Krauss-Maffei Wegmann, genügend Ersatzteile zu besorgen.“

In Litauen gibt es eine Reparaturwerkstatt der Industrie für Kriegsgerät, wo auch die deutschen Panzer instandgesetzt werden sollten.

Ist die Eskalation der Russen eine „Rache“ für den Angriff auf Belgorod?

Die ukrainischen Streitkräfte hatten am vergangenen Sonnabend die Stadt Belgorod in der ukrainisch-russischen Grenzregion angegriffen. Laut russischen Angaben gab es mehr als 20 Todesopfer. Putin bezeichnete die Angriffe als „Terrorakt“ und stellte die schweren russischen Angriffe am Dienstag als Reaktion auf die ukrainische Attacke dar.

Masala, Dozent an der Universität der Bundeswehr in München, widerspricht dieser Darstellung: „Solche Angriffe erfordern eine tagelange Planung und Koordination. Rache würde auch bedeuten, dass es diesen Angriff nicht gegeben hätte ohne die Angriffe in Belgorod“, erklärt der Experte. „Jedoch wissen wir aus dem letzten Winter, dass das nicht der Fall ist.“

Außerdem verschwieg Putin, dass Russland bereits am Freitag mehrere Städte der Ukraine mit dem heftigsten Drohnenangriff seit Kriegsbeginn überzogen hatte.

Nach ukrainischen Angaben starben dabei 45 Menschen. Russlands Präsident bestritt Angriffe auf zivile Ziele, obwohl Videos deren Existenz belegten. „Wir zielen mit hochpräzisen Waffen auf die Orte, an denen die Entscheidungen getroffen werden“, behauptete Putin fälschlicherweise. Die Angriffe würden verstärkt, kündigte er an.

Kiew meldet den Einsatz von Hyperschallraketen. Was bedeutet das für den Krieg?

Die Raketen des Typs Kinschal (deutsch: Dolch) können von strategischen Bombern gestartet werden, wodurch sie aus unerwarteten Richtungen abgefeuert werden können. Zudem haben sie eine Reichweite von bis zu 1800 Kilometern und erreichen eine Geschwindigkeit von Mach 12, also der 12-fachen Schallgeschwindigkeit.

In der Nacht zum Dienstag feuerte Russland 99 Raketen auf die Ukraine ab, wie der ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Salschnyj auf dem Online-Kanal „Telegram“ mitteilte. 72 Raketen wurden abgeschossen, darunter alle zehn Kinschal-Geschosse. Die Hauptangriffe der russischen Streitkräfte zielten auf Kiew und dort insbesondere auf zivile Ziele und Objekte der kritischen Infrastruktur.

„Bei den sogenannten Kinschal-Hyperschall-Luft-Boden-Raketen ist es so, dass die Flugrichtung sehr schwer berechenbar ist. Daher stellen sie eine besondere Herausforderung für Luftverteidigungssysteme dar“, erklärt Masala.

Allerdings wurden Kinschals bereits vom amerikanischen Patriot-Luftabwehrsystem abgeschossen, was bedeutet, dass die Informationen über die Flugbahn vorliegen und die Patriots entsprechend programmiert sind. Generell schießt Russland derzeit sein gesamtes Raketenarsenal ab.

Wie reagiert das Nachbarland Polen?

Im EU- und Nato-Mitgliedsland Polen wird die Luftschläge gegen den Nachbarn Ukraine genau beobachtet. Im Hinblick auf die Sicherheit sind am frühen Morgen je zwei Kampfjets vom Typ F-16 der polnischen und der amerikanischen Luftwaffe aufgestiegen, wie ein Kommando derStreitkräfte auf der Plattform X mit.

Es war später behauptet, dass die Kampfjets wieder zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt seien, da das Sicherheitsrisiko abgenommen habe. Die Angaben des polnischen Generalstabs zufolge sei eine russische Rakete am Freitag für drei Minuten in den polnischen Luftraum eingedrungen, bevor sie sich in Richtung Ukraine entfernte.

Von Frank Herold, Viktoria Bräuner

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