Thursday, April 18, 2024
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Putins Panzerschiff gesunken: Der Krim-Angriff enthüllt einen verheerenden Fehleinschätzung über die Gegenwehr

Es sind eindrucksvolle Filmmaterialien, die plötzlich eine brandneue Perspektive auf die Kampfkraft der Ukraine zeigen: Die Luftstreitkräfte des Landes behaupten, in der Nacht zum Dienstag ein Kriegsschiff der russischen Armee auf der annektierten Halbinsel Krim versenkt zu haben.

Ein Video zeigt, wie das riesige Landungsschiff “Nowotscherkassk” im Hafen der Stadt Feodossija auf der Schwarzmeer-Halbinsel von Marschflugkörpern getroffen wird. Ein gewaltiger Feuerball ist die Folge.

Dieser Angriff auf Putins Krim-Panzerschiff kommt überraschend. Viele Fachleute und Kriegsanalytiker betrachteten Russland in den vergangenen Wochen als eindeutig überlegen und die Ukraine in der Verteidigung.

“Schritt für Schritt wird die russische Dominanz im Krieg gegen die Ukraine spür- und sichtbarer. Egal ob bei Personal, Ausrüstung, Munition oder Moral – Wladimir Putins Krieg der Erschöpfung entfaltet seine Wirkung”, analysierte beispielsweise der ehemalige Oberst Ralph D. Thiele für FOCUS online.

“Es war nie korrekt, die ukrainische Gegenwehr als vollständig gescheitert zu betrachten”

Der Angriff auf die “Nowotscherkassk” skizziert ein anderes Szenario. Könnte es sein, dass die oft schon als gescheitert betrachtete Gegenwehr der Ukraine doch wieder Fahrt aufnimmt?

Der Russland-Experte Gerhard Mangott von der Universität Innsbruck sagt gegenüber FOCUS online: “Es war nie korrekt, die ukrainische Gegenwehr als vollständig gescheitert anzusehen.” Die Offensive war zwar kaum erfolgreich in der Rückeroberung von Gebieten, die von Russland besetzt waren. Aber: “Sie war erfolgreich mit gezielten Angriffen im hinteren Bereich, das heißt weitab von der Frontlinie”, sagte Mangott.

Genau das scheint nun eingetreten zu sein. Das Verteidigungsministerium in Moskau äußert sich bislang zurückhaltend. Es bestätigte den Angriff, sprach aber nur von Schäden an dem Schiff. Ein Mensch sei bei dem “feindlichen Angriff” getötet worden, teilte der von Moskau eingesetzte Krim-Statthalter Sergej Aksjonow mit. Es gebe auch zwei Verletzte.

Aksjonow bestätigte in seinem Kanal im Nachrichtendienst Telegram auch eine Explosion und ein Feuer in der Region Feodossija. Sechs Gebäude wurden demnach durch die Wucht der Detonation beschädigt. Das Gebiet sei abgeriegelt worden, Bewohner einiger Häuser müssten woanders untergebracht werden, sagte Aksjonow. Er forderte die Menschen auf, Ruhe zu bewahren.

Versenkung der “Nowotscherkassk”: “Das allein kann die Gegenwehr nicht zum Erfolg führen”

Die Versenkung der “Nowotscherkassk” ist nicht der erste Angriff der Ukraine auf russische Kriegsschiffe. Laut Angaben der Ukraine wurden seit Beginn des Krieges zehn russische Schiffe versenkt und 16 beschädigt. Besondere Beachtung fand die Versenkung der “Moskwa”, des Flagschiffs der Schwarzmeerflotte im vergangenen Jahr.

Der Russland-Experte Gerhard Mangott sieht in den Angriffen eine durchaus erfolgreiche Strategie der Ukrainer. “Durch Marschflugkörper und ballistische Lenkwaffen wurden Schiffe versenkt, Kommandozentralen zerstört und russisch besetzte Militärflughäfen angegriffen. Die Versenkung des Landungsschiffes Novotscherkassk reiht sich in diese Liste erfolgreicher Angriffe ein.”

Neuer Schwung für die Gegenwehr also? Durchaus, sagt Gerhard Mangott, allerdings: “Das allein kann die Gegenwehr nicht zum Erfolg führen.”

“Für Russland zeigt sich damit wieder die Anfälligkeit ihrer Marine”

Dennoch scheint Russland schwer getroffen worden zu sein. Verteidigungsminister Sergej Schoigu soll umgehend Präsident Wladimir Putin über den Angriff gegen das Schiff und die Schäden an der„Nowotscherkassk“ hat kommuniziert, wie Dmitri Peskow, der Sprecher des Kreml, bestätigte.

Laut Gerhard Mangott verdeutlicht dies erneut die Schwachstellen der russischen Marine, die noch in den Häfen auf der Krim verankert ist. Das erklärt auch, weshalb Russland viele seiner Kriegsschiffe an die russische Schwarzmeerküste nach Novorossijsk verlegt hat, wo sie nicht durch die derzeit von der Ukraine verfügbaren Waffen getroffen werden können.

Die von Russland 2014 völkerrechtswidrig annektierte Krim ist häufig Ziel ukrainischer Attacken. Die Halbinsel spielt eine wichtige Rolle in Russlands Auseinandersetzung mit der Ukraine, da von dort aus die Truppen Moskaus im Süden des angegriffenen Landes versorgt werden. Russland greift von seinem Kriegsschiffen im Schwarzen Meer aus die Ukraine mit Drohnen und Raketen an. Die Führung in Kiew hat mehrfach verkündet, die Krim von der russischen Besatzung zu befreien.

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