Sunday, April 14, 2024
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Book excerpt “Everyone wins or no one wins”: Simple experiment shows why so many fall for AfD and Wagenknecht

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    No genetic engineering in the plant

    But don’t worry:
    Genetically modified

    are the

AfD and Sahra Wagenknecht entice voters with the same ploy. A simple experiment exposes it. Every voter should be familiar with it, according to FOCUS-online editor and author Christian Masengarb. An excerpt from his new book “Everyone wins or no one wins”.



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Kennen Sie die simple Statistik, die Debatten über Männer und Frauen ein für alle Mal beenden würde? Männer haben größere Gehirne als Frauen. Sie sind klüger. Fertig.

Nun werden Sie aufgebracht sein. „Das ist nicht wahr!“ „Masengarb erzählt Blödsinn!“ Doch damit liegen Sie falsch. Die durchschnittliche Größe des Männerhirns übertrifft die der Frauenhirne um fast ein Fünftel mit rd. 1,4 Litern. Wissenschaftliche Daten unterstützen das eindeutig, darunter eine Untersuchung der Universität Zürich.

Was denken Sie nun? Merken Sie sich Ihr Gefühl. Es zeigt das typische Einfallstor für alle Populisten.

Insbesondere Herren zweifeln nach dem Vergleich der Gehirne ein wenig daran, ob Männer und Frauen wirklich so gleich sind. Wenn ich eine politische Gruppierung gründe und meine Aussage mit einer Weltanschauung verknüpfe („Was Ihnen die feige Regierung verschweigt“), wählen mich in einigen Jahren fünf Prozent der Deutschen. Ich ziehe in den Bundestag ein und bin finanziell abgesichert. Alles ganz einfach.

Die Populismus-Taktik

Der Trick funktioniert, weil Sie auf meine Populismus-Taktik hereinfallen: Obwohl Sie vom zweiten Teil meiner Aussage („Männer sind klüger als Frauen“) überrascht sind, zweifeln Sie nicht am ersten Teil („Männer haben größere Gehirne als Frauen“). Weil ich den erstgenannten Teil zweifelsfrei belegen kann, überzeuge ich Sie auch ein wenig vom zweiten Teil.

Zwischen den Teilen meiner Populismus-Botschaft fehlt aber jeglicher Zusammenhang. Männer haben größere Gehirne als Frauen, da sie im Durchschnitt größere Körper, auch größere Köpfe haben. Unsere Gehirne füllen unsere Köpfe hauptsächlich aus. Also haben Männer größere Gehirne.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Männer klüger sind. Im Durchschnitt haben sie genauso viele Gehirnzellen wie Frauen. Die Größe spielt beim Intelligenzquotienten-Test keine Rolle.

Den zweiten Teil meiner Populismus-Botschaft haben Sie kritiklos geglaubt, da ich ihn an den ersten Teil mit einem bekannten Bild angeknüpft habe: Großes Gehirn bedeutet Intelligenz. Allerdings ist dem nicht so. Da sich die Wenigsten dies vor Augen führen, während ich durch das Thema hetze, belege ich den Teil meiner Aussage, der keines Beweises bedarf, und schiebe Ihnen den Rest unter. Ich argumentiere nach dem Muster der Feststellung ohne wirkliche Schlussfolgerung. Schon wirkt meine Aussage klüger, als sie ist. Eine beliebte Populismus-Methode, die auch bei Themen wie Ausländerkriminalität und Vermögensverteilung wirksam ist.

Das Beispiel verdeutlicht, warum selbst Fachleute für Allgemeinbildung auf den Populismus hereinfallen: Wir gehen davon aus, dass Männer und Frauen gleich intelligent sind. Wir wissen sogar, wie gerne Populisten das Gegenteil behaupten. Doch kaum jemand hat sich mit Neurologie auseinandergesetzt. Daher verunsichert uns schon ein aus dem Zusammenhang gerissener Fakt. Wenn ich Hunderte solcher Fakten aus dem Zusammenhang reiße und in eine Weltanschauung einbette, glauben mir genügend Wähler für eine politische Karriere im Populismus. Bald sitze ich in einer politischen Talkshow und verunsichere das gesamte Land.

Christian Masengarb, geboren 1987 in Sonneberg (Thüringen), ist Experte für Politikwissenschaft, Historiker und Redakteur. Nach seinem Studium an der Universität Jena und seiner journalistischen Ausbildung

bei dem Münchner Merkur hat er zu FOCUS online gewechselt. Da Populismus inzwischen auch in Deutschland als die gesellschaftszerfressende Kraft gilt, als die er sie schon im Studium und in englischsprachigen Büchern beschrieb, hat er ihm nun sein erstes deutsches Werk gewidmet.

Allein eine aus dem Zusammenhang gerissene Statistik vernichtet unsere instabile Überzeugung

Täglich begegnen wir Themen, die wir ähnlich ungenau begreifen wie Neurologie. Wir vermuten, dass Ausländer nicht delinquent sind wie Deutsche und Vermögende nicht unmoralischer als Unvermögende. Doch wir haben keine Gewissheit. Schon eine aus dem Zusammenhang gerissene Statistik vernichtet unsere instabile Überzeugung, ohne dass wir eine Ausbildung in Kriminalistik haben.

“Wussten Sie, dass Ausländer in Deutschland fast ein Drittel der Straftaten begehen, obwohl sie nur zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen? Also sind sie deutlich delinquent!”

Wieder gut klingender Unsinn: Auch Deutsche begehen praktisch in jedem Land der Welt mehr Straftaten als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung vermuten lässt. Denken Sie an Mallorca: Die wenigsten Deutschen, die am Ballermann betrunken Unsinn anstellen, haben ihren Wohnsitz auf der Insel gemeldet. Ausländer befinden sich meist auf Durchreise. Da sich in wohl jedem Staat der Erde mehr Ausländer aufhalten als in den Meldebüchern verzeichnet, begehen sie auch mehr Verbrechen, als diese Bücher vermuten lassen.

Ausländer können auch mehr Straftaten begehen als Bürger eines Landes (zum Beispiel illegale Einreise), und sie leben oft unter Bedingungen, die alle Menschen eher zu Straftaten treiben: von Partytouristen bis Asylbewerbern ohne Arbeitserlaubnis und Hoffnung. Gleichberechtigt, sicher und mit denselben Perspektiven ausgestattet, verhalten sie sich nicht krimineller als Einheimische. Wer diese Hintergründe nicht kennt, tappt leichter in die Falle falsch dargestellter Kriminalitätsstatistiken.

Wir erkennen Populismus nur, indem wir sein Herz begreifen

In einer immer schnelleren Welt kennt niemand alle Hintergründe. Terrorismus, Finanzkrisen, Pandemien und Kriege schaffen schneller Neues, als wir uns Hintergründe aneignen können. In vielen Bereichen bleiben wir anfällig für Populismus-Tricks.

Populisten ziehen bei jedem neuen Großthema einige Wähler auf ihre Seite und zwingen sie dort mit Falschnachrichten aus eigenen Informationsquellen in das Schwarze Loch ihrer Weltsicht. So gewinnen sie schrittweise immer mehr Einfluss. Irgendwann gewinnen Sie jede Wahl.

Auch der Versuch, Populismus-Tricks auswendig zu lernen, misslingt. Es gibt hunderte davon. Kein Experte kennt alle. Durchschnittsbürger haben weder Zeit noch Lust, sie zu erlernen.

Wir erkennen Populismus nur, indem wir sein Herz begreifen. Dann erkennen wir auch Themen und Tricks, die Populisten in ihrem Dienst verwenden.

Es ist ähnlich wie bei Spam-E-Mails: Wir enttarnen Betrug im Postfach anhand der Aufforderung, schnell Geld auf fremde Konten zu überweisen. Wer die Methode kennt, muss nicht alle von ihnen erfundenen Geschichten auf ihre Wahrhaftigkeit prüfen. Afrikanische Prinzen, Töchter in Geldnot – offensichtlicher Unsinn. Das Verständnis der Methode macht den Faktencheck überflüssig.

In diesem Buch entschlüsseln wir die Grundstruktur des Populismus. Damit erkennen Sie Populisten genauso sicher wie Spam-Betrüger. Die wichtigste Lektion auf diesem Weg lautet: Jeder Populismus arbeitet nach dem gleichen Muster.

(Anzeige): Das Buch von Christian Masengarb

Erhöhen Sie das Wohlergehen der Gesellschaft vor dem Untergang durch Populismus: Es gewinnen alle oder keiner

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