Sunday, April 14, 2024
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„Democratic Alliance for Diversity and Prosperity”: Erdogan party DAVA aims for more than just a mandate in the EU Parliament in Germany

The formation of the new party DAVA, the “Democratic Alliance for Diversity and Prosperity”, has sparked heated debates in Germany for days. It is very Ankara-centric, some even accuse it of being the extended arm of the Turkish President Recep Tayyip Erdogan. It aims to run in the European elections on June 9th. Four names of the candidates are already known, all of whom have been associated with Ankara in the past.

First, the lead candidate Fatih Zingal: The lawyer has long served as the spokesperson for the Union of European Democrats (UED) – the lobby organization of the Turkish government’s AKP in Germany, founded in 2004 in Cologne, according to German authorities. This organization holds, among other things, election campaign appearances of the Turkish President Erdogan and other officeholders in Germany and Europe.

Yonca Kayaoglu, the former chairwoman of the UED Youth in Baden-Württemberg, is also running for DAVA. In June, the young engineer aims to enter the European Parliament for the party. She is promoting it on social media, collecting signatures to be allowed to run in the European elections. Gathering the necessary 4000 signatures is considered a mere formality.

The other two candidates, Mustafa Yoldas and Ali Ihsan Ünlü, are both well-known officials from the Turkish-Muslim community in northern Germany. Yoldas has been involved for many years with the Islamic Community Milli Görüs (IGMG), Ünlü with the Turkish-Islamic Union, abbreviated as DITIB. Both umbrella organizations have close ties to Ankara.

Party leader also criticizes skirts being too short

Teyfik Özcan holds the position of party leader. For quite some time, he has been writing for the Germany branch of the Turkish state broadcaster TRT, which the AKP has turned into a propaganda machinery over the last 20 years. Critics accuse Özcan of reporting unilaterally and exclusively providing opinion pieces about the shortcomings in Germany such as racism, Islamophobia, and high inflation – while not saying a word about the problems in Turkey, such as the ongoing record inflation on the Bosporus.

Özcan has also frequently criticized German politicians. At times, he vehemently criticized Federal Minister for Economic Affairs Cem Özdemir for a statement about Erdogan, and at other times he discredited the CDU member of the Bundestag Serap Güler for allegedly wearing a skirt that was too short at the Islamic conference. Despite the close connection to Ankara, DAVA officially denies being an Erdogan party.

In response to DW’s inquiry, the lead candidate Zingal stated that the decades of voluntary work of the candidates Yoldas and Ünlü at Milli Görüs and DITIB were not an indication of that. “Nor is the fact that over 65% of Turks in Germany, including our party leader Mr. Özcan and myself, find this president and his politics better than many former heads of state or government. Nonetheless, we are not Erdogan’s extended arm,” Zingal reiterated.

Previous DAVA predecessors had no success in Germany

Professor Kemal Bozay from the Center for Radicalization Research and Prevention at the International School of Cologne sees it differently. “The AKP- and Erdogan-centricGruppen und Bewegungen bemühen sich seit langem, eigene Lobbystrukturen in Deutschland zu etablieren, um Einfluss auf die politische Landschaft in Deutschland zu erlangen. Dies ist auch das Ziel der Gründung von DAVA, ein weiterer Versuch in diese Richtung.

Frühere Modelle wie die BIG-Partei oder die AD-Demokraten haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Bei der Bundestagswahl 2017 mobilisierten Ankara-nahe Gruppen für die „Allianz Deutscher Demokraten“ (AD-Demokraten), die jedoch nur 41.251 Stimmen erzielte. Ebenso versuchten sie bei der Europawahl 2019 mit dem ebenfalls AKP-nahen „Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit“ (BIG) ihr Glück, aber auch BIG erhielt lediglich 68.647 Stimmen.

Im Jahr 2021 zogen sie dann mit der bereits bestehenden Partei „Team Todenhöfer“ in die Wahlen. Mit der Unterstützung des ehemaligen deutschen Nationalspielers Mesut Özil konnte diese immerhin 220.235 Erst- und Zweitstimmen erzielen.

Aus diesem Grund, so Bozay gegenüber der DW, suchten diese Gruppen weiterhin alternative Wege, um in der Politik Fuß zu fassen. Bozay fährt fort: „Die derzeitigen Sprecher von DAVA sind bekannte Persönlichkeiten, die auch in den AKP-nahen Netzwerken und Lobbystrukturen aktiv sind. Daher kann angenommen werden, dass DAVA als Erdogans verlängerter Arm versucht, Einfluss in Deutschland zu gewinnen.“

„Medienecho spielt uns in die Hände“

Caner Aver, Politikwissenschaftler vom Zentrum für Türkei- und Integrationsstudien, zufolge gibt es in Deutschland etwa 800.000 wahlberechtigte Bürger türkischer Herkunft, von denen etwa 50 Prozent an den letzten Bundestagswahlen teilgenommen und größtenteils Mitte-Links-Parteien gewählt haben. DAVA werden hierbei keine großen Chancen eingeräumt.

Die Gründer von DAVA sind jedoch zuversichtlich. Spitzenkandidat Zingal äußert sich: „Für das erste Mandat im Europaparlament benötigt man etwa 250.000 Stimmen und alle Experten-Prognosen besagen, dass wir diese erhalten können.“ Ob noch weitere Mandate möglich seien, hänge davon ab, wen DAVA außerhalb türkischer Milieus überzeugen könne. „Das massenhafte Medienecho in den letzten Tagen spielt uns in die Hände. Wir sind nun deutschlandweit bekannt. Dies hätten wir auch mit einem großzügigen Marketingbudget kaum erreichen können.“

Wenn DAVA tatsächlich auch andere Wählergruppen außerhalb des türkischen Publikums ansprechen könnte, wie beispielsweise Muslime mit deutscher Staatsbürgerschaft, hätte sie durchaus das Potenzial, einen Abgeordneten nach Straßburg zu entsenden, schätzt der Türkei-Experte Aver. Allerdings zweifelt er daran, dass dies gelingen wird. Denn, so glaubt er, „viele politisch interessierte Personen türkischer Herkunft engagieren sich bereits aktiv oder passiv in den etablierten deutschen Parteien und werden nicht zu DAVA wechseln.“

DAVA plant auch die Gründung von Kreis- und Landesverbänden

DAVA hat jedoch nicht nur die Europawahlen im Blick. Die Partei schmiedet langfristige Pläne und beabsichtigt bald, Kreis- und Landesverbände zu gründen, um in Zukunft an allen Wahlen teilnehmen zu können. Bozay, ein Forscher im Bereich Extremismus, hält das Erstarken solcher ethnisch-religiös-nationalistisch orientierten Parteien wie DAVA auch „in Anbetracht des gegenwärtigen rassistischen Klimas in Deutschland“ für möglich.

Zudem sieht er die Gefahr, dass DAVA extremistische Tendenzen fördern oder Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen, auch unter den Bürgern türkischer Herkunft, schüren könnte. Insbesondere auf kommunaler Ebene könnte DAVA versuchen, Einfluss auf lokale politische Entscheidungen und Gemeinschaften auszuüben und so das Zusammenleben beeinträchtigen. „Vor allem in den Städten, wo der Bevölkerungsanteil von Bürgern türkischer Herkunft sehr hoch ist“, warnt Bozay.

Autor: Elmas Topcu

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