Sunday, April 14, 2024
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„Eine Wiederholung von Sonneberg ist meine Hoffnung“: Wird der zweite AfD-Landrat Deutschlands? Höcke-Gefährte greift nach der Macht

Es könnte an diesem Sonntag erneut einen Aufschrei in Deutschland geben. Vertreter der etablierten Parteien in Berlin und Erfurt könnten von einem “verheerenden Signal” sprechen, politische Kommentatoren von einem “düsteren Tag für die Demokratie” und Extremismusforscher von einem “massiven Rechtsruck”.

In Thüringen wird am 14. Januar gewählt. Es ist die erste Wahl eines Landrats nach Sonneberg, wo es im Juni 2023 mit Robert Sesselmann erstmals gelungen ist, dass ein Vertreter der AfD an die Spitze eines Landkreises gelangte. Danach konnten weitere Vertreter der Rechtsaußenpartei Siege bei Bürgermeisterwahlen in Sachsen-Anhalt und Sachsen einfahren.

Jetzt strebt erneut ein “Alternativer” nach der Macht: Der 49 Jahre alte Uwe Thrum will Landrat im ostthüringischen Saale-Orla-Kreis werden.

Zweite Wahl eines Landrats nach dem “Erschütterung von Sonneberg”

Durchbräche er dies, würde die AfD ihre Position im Osten festigen – und ein erstes Ausrufezeichen im Superwahljahr 2024 setzen, in dem neue Landtage in Thüringen, Sachsen und Brandenburg gewählt werden. Umfragen sagen der AfD starke Ergebnisse voraus, im Freistaat Thüringen liegt sie derzeit bei 36 Prozent.

Thrum tritt gegen drei Konkurrenten an: Christian Herrgott (39) von der CDU, Regina Butz (47), die als Parteilose für die SPD kandidiert, und Ralf Kalich (62) von den Linken. Vermutlich wird es auf einen Zweikampf zwischen Thrum und Herrgott hinauslaufen, der in einer Stichwahl am 28. Januar entschieden werden könnte.

Wer ist der Mann, der sich bereit erklärt, Deutschlands zweiter AfD-Landrat zu werden? Er gehört einer Partei an, die der Verfassungsschutz in Thüringen als “gesichert rechtsextremistisch” einstuft, ebenso wie in Sachsen und Sachsen-Anhalt?

FOCUS online traf den Politiker im Juli 2023 in seinem Bürgerbüro in Schleiz. Schon damals sagte er mit Blick auf die Landratswahl an diesem Sonntag: „Ich hoffe, dass es ein zweites Sonneberg gibt. Wir wollen hier ein ähnliches Wahlergebnis erreichen.“

AfD-Kandidat Uwe Thrum enger Freund von Björn Höcke

Dass er Leute mobilisieren kann, hat Thrum bewiesen. 2019 holte der AfD-Mann, der erst ein Jahr zuvor in die Partei eingetreten war, in seinem Wahlkreis 29 Prozent und zog ins Thüringer Landesparlament ein. Er sitzt dicht hinter Fraktionschef Björn Höcke, dem Gründer des extremen AfD-„Flügels“.

„Wir sitzen zusammen, halten zusammen, stehen zusammen. Einer für alle, alle für einen“, sagt Thrum über Höcke. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Björn Höcke ist ein intelligenter Mensch. Die Medien verteufeln ihn, aber in Wirklichkeit ist er ganz anders.“ In Thrums Bürgerbüro hängen mehrere Fotos, die ihn Seite an Seite mit Höcke zeigen.

Über seinen Freund redet er nicht, er schwärmt von ihm.

Dass Höcke laut einem Gerichtsbeschluss als „Faschist“ bezeichnet werden darf, stört Thrum nicht. Auch nicht, dass Höcke Adolf Hitler verharmlost („Das Problem ist, dass Hitler als absolut böse dargestellt wird“) und die grausamen Verbrechen aus jener Zeit in einem positiven Licht darstellen will, indem er eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ fordert.

Auf die Frage, ob er ein Rechtsextremist sei, lächelt AfD-Mann Thrum gequält und nippt am Wasserglas. Schon die Frage sei abwegig, nein, natürlich nicht, meint er. Er sei ein Demokrat durch und durch, vom Volk gewählt, ein Mann mit klaren Prinzipien.

Eines davon lautet „Deutschland soll deutsch bleiben“. Verständlich, dass in seinem Garten eine schwarz-rot-goldene Fahne weht.

Erste Amtshandlungen: Deutsche Flagge und Gender-Verbot

If Uwe Thrum were to become district administrator, he would like to expand this tradition. “My first official act concerns the flagging in front of the district office. Under my direction, only the federal flag and the flag of Thuringia will be hoisted,” said the AfD politician speaking to FOCUS online on Friday. The times when flags of Ukraine or Israel flew in front of the district office would be over.

As an immediate measure, he would ban gendering in the district office. “I will urge all departments to revise all concepts that have already been created in gender language and to switch to the easily readable generic masculine form,” said the politician.

In his effort to win votes, Uwe Thrum likes to wield the rhetorical wrecking ball of an All-Must-Go party. He rails against the “authoritarian destroyers of prosperity in Berlin and Erfurt”. The high performers of society would be “squeezed and driven to ruin by a reckless political leadership”. He accuses the traffic light coalition of taking more and more money from citizens “under the pretext of alleged climate rescue”.

This resonates well in a region where not a few people feel betrayed and misunderstood by politics, left behind and patronized. When Thrum speaks of a “misguided energy transition” and “insane climate regulations” or denounces “the mass migration into the social system”, he strikes a chord with numerous citizens.

Struggle against “destroyers of prosperity in Berlin and Erfurt”

In his speeches as well as in conversation with FOCUS online, the AfD candidate speaks relatively openly about his sometimes very radical views and intentions. So, anyone who votes for him knows who they are getting. No one can claim they were unaware.

As district administrator, he would cut off the money flow to asylum seekers in his district. “Money benefits for asylum seekers should be turned into benefits in kind,” Thrum announces. He also wants to obligate asylum seekers to work in the municipalities. Thrum: “The safari through the land of plenty must stop!”

His rigid course finds many people in Saale-Orla-Kreis in agreement because immigration is perceived as a big problem here – as in large parts of Germany. In the district, alongside approximately 1000 war refugees from Ukraine, there are currently only 462 asylum seekers and unaccompanied minor foreigners, which is not even 0.6 percent of the total population of nearly 80,000.

Thrum has a feeling for what drives, and agitates, people, even if they are only perceived truths. He and the AfD are therefore so successful, “because we directly pick up the mood of the people,” he says. Politics is then made with this sentiment.

This tactic is known as populism – according to the Duden dictionary, it is “a populist politics characterized by opportunism, close to the people, often demagogic, which aims to win the favor of the masses (with a view to elections) by dramatizing the political situation.”

“Fetch people directly from the village pond or the marketplace”

In Thrum’s constituency office, there is a map dotted with many pins. They mark villages in his electoral district that he has visited in the last year.

“I fetch people directly from the village pond or the marketplace,” says Thrum. “There they can get rid of their worries and troubles. People know that we stand by their side.” Most politicians of the established parties “sit in their glass palace and have completely lost touch with the people.”

Thrum knows the grassroots. For years, he played keyboard in a party band called “A 9” after the eponymous highway in Saale-Orla-Kreis. “We played at all village festivals, fairs, and carnivals, always on the move. From Helene Fischer to AC/DC, we played everything,” he proudly tells.Bilder seiner alten Gruppe.

Thrum unterscheidet sich auch in anderer Hinsicht von zahlreichen Kollegen in der Politik. Er hat einen Beruf erlernt und sogar einen Meisterbrief.

Nach dem Abschluss der 10. Klasse begann der Ostthüringer 1992 eine Tischlerausbildung. 27 Jahre lang war er bei einem Treppenbauunternehmen im Vogtland tätig. An seinem Meisterstück, einer Treppe aus Eschenholz, arbeitete er 600 Stunden. Im Oktober 2019 verließ er das Unternehmen und wechselte als Abgeordneter in den Thüringer Landtag.

Erster Besuch im Westen: „Schockiert von vielen Migranten“

Uwe Thrum, der seinen Dienst in der Bundeswehr im fränkischen Kümmersbruck absolvierte und dort als Hauptgefreiter dem Gebirgstransportbataillon 83 angehörte, hatte schon früh Schwierigkeiten mit Ausländern. Es begann mit dem Mauerfall, als er gerade mal 15 Jahre alt war.

„Als wir zum ersten Mal nach Hof im benachbarten Bayern gefahren sind, war ich schockiert von den vielen Migranten, die dort lebten“, so Thrum zu FOCUS online. „Ich habe gewusst: Das ist nicht das Deutschland, das ich mir für meine Kinder und Enkelkinder vorstelle.“

Der Rechtsaußen fuhr fort: „Meine Überzeugung ist: Deutschland soll deutsch bleiben, mit all seinen Werten, mit seiner Kultur, mit seinen Traditionen, natürlich auch mit seiner Sprache.“ Jedes Land kann einen gewissen Anteil an Migration verkraften. Aber in Deutschland ist das Kontingent erschöpft. „Wenn wir mittlerweile deutsche Großstädte haben, in denen die Mehrheit der Einwohner einen Migrationshintergrund hat, dann ist das einfach zu viel.“

Thrum behauptet, er sei „nicht grundsätzlich“ gegen Ausländer, „aber es muss ein gesundes Maß sein. Wir müssen alles dafür tun, dass wir unsere Heimat auch in Zukunft wiedererkennen.“

Der Besuch in Hof war mehr oder weniger der Auslöser für sein späteres politisches Engagement. Im Jahr 2000 trat Uwe Thrum der Partei Rechtsstaatlicher Offensive von Ronald Schill bei, verließ die rechtskonservative Truppe aber nach kurzer Zeit, da sie in Thüringen keinen Anklang fand. Einige Jahre lang glaubte er, in seinem Bundesland sei „die Welt noch in Ordnung“.

2015 neuer Antrieb: „Merkel hat Tür und Tor aufgerissen“

Dies änderte sich 2015, „als Angela Merkel Tür und Tor aufgerissen hat und mehr als eine Million Flüchtlinge zu uns hereinströmten“, wie Thrum es beschreibt. Als dann auch noch viel Geld für die Unterbringung der Asylbewerber floss, reichte es ihm. Bis dahin hatten Kommunen wie sein Wohnort Hirschberg „am Hungertuch genagt“. Nie war genug Geld da, um kaputte Straßen zu reparieren oder bröckelnde Häuser zu renovieren.

„Als dann plötzlich 500.000 Euro in einen alten DDR-Wohnblock investiert wurden, um eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge einzurichten, war das Maß für mich und viele andere voll.“ Thrum wurde Sprecher der Bürgerbewegung „Wir lieben Hirschberg“ und setzte sich an die Spitze des Widerstands. Thrum: „Unser Hauptanliegen war der Kampf gegen die ungezügelte Migration.“

Daran beteiligt er sich auch heute noch. Es gibt ein Foto, auf dem er neben Stephan Brandner steht, dem Vizechef der Bundes-AfD, der für seine scharfen und oft aggressiven Töne bekannt ist. Sie halten ein Schild mit der Aufschrift „Den Afghanen helfen. Aber in ihrer Heimat! – Jetzt Migration aus Afghanistan stoppen“.

Erst diese Woche traten die beiden wieder gemeinsam auf, bei einer Wahlkampfveranstaltung im Saale-Orla-Kreis. Brandner kündigte an, dass sich vieles ändern werde, vor allem beim Thema Migration, wenn die AfD erst einmal an den Schalthebeln der Macht sitze. Während die Ampel 600 Abschiebungen mehr pro Jahr plane, wolle die AfD 600 Abschiebungen – „pro Tag!“. Und der Flughafen Erfurt soll zum „zentralen Abschiebe-Flughafen“ Deutschlands umfunktioniert werden.

Thrums politisches Idol ist Rechtspopulist Jörg Haider

Es sind diese prägnanten, kaum umsetzbaren Parolen, die beinicht kaum Menschen verfangen. Speziell bei denjenigen, die sich überfordert fühlen angesichts der zahlreichen Probleme, die durch Zuwanderung entstehen und die bis heute nicht gelöst wurden.

Genau das ist das Ziel der AfD, das ist auch Thrum’s Strategie. Sie greifen Ängste der einheimischen Bevölkerung auf und schüren sie. Während die Bundesregierung betont, Deutschland müsse Zufluchtsort für Menschen bleiben, die vor Krieg, Folter und politischer Verfolgung fliehen, lehnt die AfD dies entschieden ab.

Thrums politisches Vorbild ist Jörg Haider, bis zu seinem Unfalltod 2008 führender Rechtspopulist Österreichs und bekannt für seinen unnachgiebigen Wahlkampf gegen Ausländer. Schon 1992 propagierte Haider die Leitlinie “Österreich zuerst”, ein Slogan, den später US-Präsident Donald Trump mit “America first” zum Markenkern seiner Politik machte.

Allein sich auf das Reizthema Asyl zu fokussieren, würde wohl selbst in einem Bundesland wie Thüringen, wo es vergleichsweise wenige Ausländer gibt, kaum ausreichen, um bei den Menschen dauerhaft zu überzeugen.

Daher mischt Thrum bei vielen Themen mit, die er bei seiner Tour durch die Provinz als dringlich identifiziert hat.

Im Gegensatz zu seinem Sonneberger Parteifreund Robert Sesselmann, der seinen Landrats-Wahlkampf vor allem mit Bundesthemen bestritt (“Euro abschaffen”, “Grenzen schließen”), setzt Thrum auf die Lösung von Problemen vor Ort.

AfD-Kandidat “außerhalb des demokratischen Spektrums”

Er möchte, dass Kinder kostenfrei zur Schule befördert werden. Er kritisiert, dass im Saale-Orla-Kreis wegen Lehrermangels in einer Woche Hunderte Unterrichtsstunden ausfallen.

Thrum drängt auf Medizinstipendien für angehende Ärzte und den Erhalt der regionalen Krankenhäuser, kämpft für ein verbessertes Radwegenetz im Landkreis und eine bürgernahe Verwaltung. Er will den Sanierungsstau an Schulen und Sportstätten “schnellstmöglich auflösen”.

Wie die zum Teil millionenschweren Vorhaben finanziert und in die Praxis umgesetzt werden sollen, bleibt oft im Dunkeln.

Trotz seiner Initiativen stößt der AfD-Mann auf teils heftige Ablehnung. So warnt die Initiative “Dorfliebe für alle” eindringlich vor Thrum, einem Politiker “außerhalb des demokratischen Spektrums”. In einem Offenen Brief schreiben die Initiatoren aus Ostthüringen:

“Einem Kandidaten, der stolz über seine gute Beziehung zu Björn Höcke berichtet, bewaffnete Reichsbürger witzig findet, mit Andreas Kalbitz posiert (der selbst dem Bundesvorstand der AfD zu rechtsextrem war) – einem solchen Kandidaten dürfen wir keine Stimme geben!”

Bis heute haben den Brief rund 1400 Menschen unterzeichnet. Ob sie damit wirklich etwas bewegen, ist fraglich. Viele von ihnen sind am 14. Januar gar nicht wahlberechtigt, weil sie nicht im Saale-Orla-Kreis leben. Wie sich auf der Internetseite der Initiative nachlesen lässt, kommen sie aus Städten wie Berlin, München, Hannover, Nürnberg, Essen, Leipzig, Köln, Dortmund, Kassel, Worms, Frankfurt am Main oder Saarbrücken.

Uwe Thrum feiert “Bruch der Brandmauer” im Kreistag

Dass viele Menschen nichts mit ihm und seiner Partei zu tun haben wollen, diese Erfahrung hat Uwe Thrum immer wieder gemacht, auch im Kreistag.

“In den ersten drei Jahren wurden sämtliche Anträge von uns abgewiesen. Wir haben nie eine Mehrheit bekommen”, berichtet er. Die Blockade habe “rein ideologische Gründe” gehabt. Doch das änderte sich Anfang letzten Jahres, als ein Änderungsantrag der AfD-Fraktion mehrheitlich angenommen wurde.

Die AfD feierte dies als “historischen Erfolg”. Ihr Selbstbewusstsein ist noch größer geworden. “Wir sind hier nach der CDU die zweitstärkste Kraft. An uns kommt man nicht vorbei. Die AfD gehört nicht nur im Saale-Orla-Kreis zur politischen Normalität”, befindet Thrum. “Wer die AfD in den Ländern und im Bund

weiterhin ausschließen und noch stärkere Barrieren errichten möchte, der verkennt die Realität.“

Thrum präsentiert sich bürgernah und entschlossen. Dennoch sollte niemand glauben, dass mit einem AfD-Mann an der Spitze des Landkreises alles besser wird. Die großen Linien werden in Berlin und Erfurt gezogen. „Als Landrat ist der Handlungsspielraum tatsächlich nicht sehr groß“, gibt Uwe Thrum zu. „Aber ich werde dafür kämpfen, dass die Leute auf dem Land wieder gehört werden.“

CDU kritisiert: „Der stellt sich als Heilsbringer dar“

Der politische Gegner zweifelt naturgemäß an den Fähigkeiten des AfD-Mannes. Alex Neumüller zum Beispiel. Er sitzt für die CDU im Kreistag und ist Bürgermeister der Gemeinde Rosenthal am Rennsteig. Neumüller über Thrum: „Der stellt sich als Heilsbringer bei allen möglichen Themen dar, scheitert aber oft schon an den Zuständigkeiten.“ Der AfD-Mann greife zwar Themen geschickt auf und mobilisiere mit seinen kernigen Botschaften viele Leute. Das sei es dann aber auch schon.

Neumüller: „Es ist einfach, eine platte Aussage rauszuhauen, aber schwierig, konkrete und durchsetzbare Lösungen anzubieten.“ Genau das sei Thrums Problem. „Der kann es nicht. Dem fehlt es an Kompetenz und Erfahrung in einfachsten Verwaltungssachen.“

Ähnlich urteilt der SPD-Kreisverband. Thrum sei bislang „nicht durch Lösungskompetenz aufgefallen“, sondern eher durch aggressive Rhetorik und Stimmungsmache gegen die etablierten Parteien. „Was der Mann macht, ist purer Populismus.“

Uwe Thrum spendet von seinen Bezügen als Abgeordneter jeden Monat 400 Euro an gemeinnützige Vereine. Natürlich verbindet er mit seinen Wohltaten die Hoffnung, dass die Empfänger ihn bei anstehenden Wahlen unterstützen. Thrum weiß: „Das kommt alles wieder zurück.“

Doch nicht alle wollen von der rechten Partei beschenkt werden. Die Deutsche Teddy-Stiftung, die Stofftiere für kleine Kinder in Notlagen finanziert, lehnte 400 Euro von AfD-Mann Thrum ab. Auch die örtliche Tafel verweigerte die Annahme einer Spende. „Die konnten das Geld zwar gut gebrauchen, aber es kam von der falschen Seite“, sagt der Politiker.

„Deutschland zuerst“ – wird er mit diesem Motto Landrat?

Abgesehen von solchen Scharmützeln und einer „Fuck AfD“-Schmiererei auf dem Fensterblech seien er und seine Familie bislang von Anfeindungen verschont geblieben. Truhm ist seit 2002 verheiratet. Gemeinsam mit seiner Frau, eine Betriebswirtin für Steuer- und Prüfungswesen, hat er vier Kinder.

„Die traditionelle Familie wird bei uns großgeschrieben“, lächelt Thrum. Ein Satz, der sich in leicht abgewandelter Form auch im Wahlprogramm der Partei wiederfindet. Wörtlich heißt es dort: „Die AfD bekennt sich zur Familie als Keimzelle unserer Gesellschaft. Sie besteht aus Vater, Mutter und Kindern.“

Kein Zweifel, Uwe Thrum ist ein AfD-ler durch und durch. Seine radikale Agenda lässt sich in zwei Worte fassen: „Deutschland zuerst“.

Ob er es damit an die Macht schafft, wird man vielleicht schon an diesem Sonntag sehen. Möglicherweise auch erst in zwei Wochen bei der Stichwahl.

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