Sunday, April 14, 2024
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Marie Hoffmann: Die schönste Bäuerin Deutschlands gibt zu: „Bauer ist der bedeutendste Beruf“

Landwirt sei „der bedeutendste Beruf“ in Deutschland, stellt Marie Hoffmann, 26-jährige Landwirtin und Influencerin, gleich zu Beginn ihres Gesprächs mit dem „Stern“ klar heraus. Etwa die Hälfte des deutschen Bodens werde schließlich für Landwirtschaft genutzt und essen müsse jeder, täglich.

 

Das differenziere die Wichtigkeit des Bauernberufs auch von anderen, ebenfalls wichtigen Berufen wie jenen des Arztes oder des Rechtsanwalts – die bräuchte kaum jemand täglich. „Die Lebensmittelproduktion ist eigentlich die Grundlage unseres Lebens“, sagt Hoffmann.

Viele Menschen haben eine falsche Vorstellung von der Situation der Bauern

Als Influencerin mit mehr als 600.000 Followern genieße sie selbst das Privileg, „finanziell abgesichert“ zu sein, sagt Hoffmann. Die Landwirtschaft betreibe sie persönlich „aus Leidenschaft“. Was viele Menschen, „insbesondere im städtischen Raum“, jedoch nicht begreifen: Die Lage der Bauern insgesamt sei ganz und gar nicht privilegiert.

 

Körperliche Arbeit an sieben Tagen der Woche, jahrein, jahraus, ohne Urlaub stünden ungewisse Erträge gegenüber, die durch den geplanten Wegfall von Subventionen gewiss zu sinken drohten. Konkret fehlten in ihrem Betrieb demnächst über 30.000 Euro pro Jahr.

„20.000 [Euro] kostet [meinen Hof] die Mindestlohnerhöhung für unsere 15 Erntehelfer“, sagt Hoffmann der „Bild“. „Rund 10.000 [Euro] verlieren wir durch höhere Steuern. Und jetzt sollen wir auch noch 3000 Euro mehr für Agrardiesel bezahlen.“

Bauern sind keine Klimawandelweigerer

Zusätzlich ersinne die Politik „ständig neue bürokratische Auflagen“. Fehle in der Dokumentation ein Detail, drohe sofort „die Kürzung von Fördermitteln“. Das begreifen viele Menschen nicht, die wiederholt die Statistik des Deutschen Bauernverbands zitierten, nach denen deutsche Landwirte im vergangenen Jahr 45 Prozent mehr verdient hätten als im Vorjahr. Dies hätte ohnehin gerade ausgereicht, um Vorjahresverluste auszugleichen.

Wer all diese Fakten kenne, würde verstehen, dass es den Bauern nicht um Selbstbereicherung, sondern lediglich um faire Arbeitsbedingungen und Wertschätzung gehe. Auch gehe es Bauern nicht um Aufmerksamkeit, oder darum, bestehende Ordnung infrage zu stellen – wie etwa vielen Klimaprotestgruppen ihrer Generation, sagt Hoffmann.

„Unsere Proteste sind angemeldet“, sagt Hoffmann dem „Stern“. Mit Protesten, die Gesetze missachten, würde man sich ohnehin nach und nach „den Rückhalt in der Bevölkerung [verspielen]“ – und damit dem eigenen Anliegen schaden.

Hoffmann: „Man wird nicht Landwirt, um reich zu werden“

Dass sie durch Landwirtschaft keine Millionärin werden würde, sei ihr von Anfang an bewusst gewesen, sagt Hoffmann. Dennoch würde sie ihrer Leidenschaft jederzeit erneut folgen.

„Als Kind nahm [mein Opa Heinrich] mich oft mit [ins Agrarforschungsinstitut, an dem er arbeitete]“, sagt Hoffmann. „Ich wuchs quasi auf Bauernhöfen auf. Es war schnell klar, dass diese faszinierende Welt einmal mein Beruf werden würde.“

Wer heute noch Bauer werde, tue das „aus Überzeugung“, weil er die Natur und seine Gemeinschaft schätze, weil er verstehe, wie grundlegend die Lebensmittelproduktion für das menschliche Leben sei. Das gelte selbst dann, wenn die Arbeit sich finanziell eigentlich längst nicht mehr groß rentiere. „Und deswegen bleibe ich dem Beruf auch treu“, sagt Hoffmann.

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