Sunday, April 14, 2024
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„Das ist keine Partie“: Grünen-Parteitag in Karlsruhe – ein Triumph, der Habecks Anfälligkeit zeigt

In der Einwanderungspolitik muss der Vizekanzler extrem hart vorgehen, um die Partei auf seine Seite zu ziehen. Die Kluft zwischen Führung und Mitgliedern wird größer.

43 Jahre nach ihrer Gründung in Karlsruhe bringen die Grünen an eben diesem Ort einen Moment des Widerstands. Beim Kurs zur Einwanderungspolitik wird die Kritik an der Grünen-Spitze in jeder Rede schärfer formuliert.

Ein paar Parteimitglieder ziehen schweigend mit Protestplakaten durch die Halle, nach Habecks Rede gibt es hier und da Pfiffe, die Stimmung droht zu kippen. Die Grünen und ihr Star sind uneins. Die Prinzipien der Partei kollidieren mit Regierungskompromissen.

Eigentlich wollten die Grünen auf ihrem Parteitag in Karlsruhe genau das vereinen: Rückgrat und Regierungsverantwortung. „Wir haben Deutschland verändert und Verantwortung übernommen. Die Verantwortung hat aber auch uns verändert“, betonte Habeck bereits am ersten Tag in seiner Grundsatzrede.

Tatsächlich hat sich seit 1980 viel verändert. Statt in der kleinen Karlsruher Stadthalle treffen sich die Grünen 2023 in der nach einer Drogerie benannten Messehalle. Sponsorfirmen wie Bayer oder Amazon haben die Strickpulloverträger verdrängt. Und auch die Streitfreudigkeit hat die Partei größtenteils abgelegt. Die Basis folgt dem Willen der Parteispitze in der Regel ohne viel Widerstand über vier Tage hinweg.

Ein Parteitag wie eine Art Gruppentherapie

Die Ausgangslage für die Grünen war eigentlich alles andere als rosig. Vier verlorene Landtagswahlen , schlechte Umfragen, Dauerstreit in der Ampel-Koalition, verlorenes Vertrauen, ein drohender Haushalts-Kollaps. So manchem Grünen stellte sich zuletzt die Sinnfrage in Bezug auf die Ampel .

Doch darüber wurde in Karlsruhe überraschend wenig gesprochen. Stattdessen wirkte der Parteitag eher wie eine Art Gruppentherapie. Mit Angriffen auf CDU-Chef Friedrich Merz als Reaktion auf die eigene Verunsicherung. Zusammenzustehen und die Reihen zu schließen, war das Ziel der Parteiführung – insbesondere hinsichtlich des Themas mit der meisten Spannung: der Einwanderung.

In der Partei brodelte es wochenlang angesichts von verschärften Abschieberegeln, der Absenkung von Sozialleistungen für Geflüchtete oder der Prüfung von Asylverfahren in Drittstaaten. Doch die Parteispitze betrachtet die Einwanderungspolitik als den Wendepunkt für die Grünen. Entweder weiter in die Mitte mit restriktiveren Maßnahmen und mehr Ordnung oder zurück in die Nische.

Lieber mit“`

Opting for abstention instead of watching from the sidelines is the motto of Habeck, Foreign Minister Annalena Baerbock and party leaders Ricarda Lang and Omid Nouripour. In Karlsruhe, they demand support for the negotiations in Berlin and Brussels. The decisions of the Minister Presidents’ Conference are to be implemented, the repatriation law is to be passed, and the final negotiations for a common European asylum policy (GEAS) are to be concluded.

Combatting root causes of migration instead of limitation

However, the party doesn’t make it easy for them. The Green Youth wants to put constraints on the leadership. No further tightening of asylum laws. Until shortly before the debate, there were phone calls, negotiations and arguments in the background. In the end, it’s not the content that convinces, but rather coercion.

On the public stage, Habeck links the approval of the party leadership’s migration course with the continuation of the coalition government. “This is not a game,” threatens the Vice Chancellor to his party. The vote of confidence. A wildcard that works, but one that Habeck is likely to play only once.

This decision does not provide a strong mandate for the negotiations with SPD, FDP, and the rest of Europe. Habeck vaguely announces concessions to the grassroots. How he intends to negotiate those is completely unclear. The fact that he can only narrowly prevail against his own party youth shows the weakness of the Vice Chancellor. Especially since the leading motion of the Green leadership was significantly altered in content. Not a word anymore about limitation, instead the never more precisely defined formula for combating root causes of migration.

“Our ideology is called reality,” Habeck proudly announced at the beginning of the party congress. After four days at the historic site, it can be noted: The Greens only dare to venture into reality in baby steps.

By Felix Hackenbruch

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