Sunday, April 14, 2024
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„Division and Polarization“ : Bavaria prohibits it: The big dispute about gendering and strange language confusions

In Hesse, the ban is included in the key points paper of the future government coalition, in Bavaria the Minister President has already prohibited it in schools or administration: the “gendering”. The gender language in now numerous forms stands for the claim of its advocates to make the female gender “more visible” in the language. Since the vast majority of the population rejects the cumbersome language formation, politicians are now taking up the issue. And they are facing accusations of populism.

Söder doesn’t have to consider gendering

Boris Rhein (CDU), the election winner and soon-to-be re-elected Minister President in Hesse, explicitly cites as one reason for the planned end of the coalition with the Greens and his turn to the SPD as a new partner, the impossibility of achieving certain goals of his party together with the Greens. The plan to prohibit the so-called gender language in authorities, educational institutions and public institutions would probably have met with persistent resistance from the Greens.

Markus Söder and his CSU did not have to consider such considerations, as the coalition partner, the Free Voters, had already proposed the idea of abolishing the internal “I”, the asterisks in words and various other markings. In his recent government statement, Söder announced, “For Bavaria, I can say: With us, there will be no mandatory gendering. On the contrary: We will even prohibit gendering in schools and administration.”

In fact, this decree is nothing new, as there are directives from the (Education) Ministries in numerous federal states that include the same. But also the opposite: In Lower Saxony, gendering is even mandatory in institutions, and Hanover was the first state capital to introduce gendering in 2019.

This creates a language rift in Germany

For example, with the internal “I”, the supporters want to put an end to the practice that numerous terms are shaped by the so-called generic masculine, whereby women are at best “included in the thinking” – and they consider that to be clearly insufficient. So, “pilots” and “users” now populate texts and sometimes spoken words – with a kind of clucking sound to separate the “I”.

Alternatively, visitors become “visitors”, or there is the possibility to expand every text to at least one and a half times its length by consistently using double names, such as “female students and male students”. Participial constructions like “students” or “participants” are also popular – whereby here, a whole grammar trap awaits, depending on the sentence structure. Because strictly speaking, one is a student when present in the lecture hall or library, or otherwise when working on the study.

That official accident statistics, in which “dead cyclists” were recently mentioned, almost seem like deliberate sabotage. And singers are something different from singers, drinkers are not automatically also drinkers, as linguistics professor Josef Bayer points out.

Gendering: An emblem of self-categorization as a particularly progressive person

The consciously brought about language change, to which all these speech acts belong, had its starting point in feminist seminars since the sixties at the latest. Only a few years ago, gendering additionally developed as a badge of self-categorization as a particularly progressive person and is now primarily used as evidence of modern attitude in advocate circles.

In advocate circlesdienen Untersuchungen und wissenschaftliche Arbeiten als Nachweis, dass dieses Anliegen verstanden wird, und Testpersonen bei der Erwähnung von „Arzt“ oder „Pilot“ zuerst an Männer denken – wobei solche Versuche, laut Kritikern, oft an statistisch nicht sorgfältig ausgewählten Gruppen durchgeführt werden, methodisch zweifelhaft sind und in der Regel nur sehr kleine Stichproben umfassen. Es ist allein darum schon sehr unwahrscheinlich, dass beim Hören jedes Begriffs automatisch ein bestimmtes Bild im Verstand des Zuhörers entsteht, da dies rein zeitlich beim Hören überhaupt nicht möglich ist.

Risiko für weitere Fragmentierung und Gegensätze

Es ist kaum zweifelhaft, wie das geplante Verbot in Hessen und Bayern an den inzwischen mehr als 270 Lehrstühlen für Geschlechterforschung in Deutschland aufgenommen wird. Diese Lehrstühle dürften um ihre Einnahmen besorgt sein. Doch nach den neuesten Ankündigungen des bayerischen Ministerpräsidenten haben auch konservative und etablierte gesellschaftliche Kräfte ihre Ablehnung gegen ein staatliches Verbot zum Ausdruck gebracht. Dazu zählt der Bayerische Philologenverband: „Ein striktes Verbot neuer Schreibweisen halte ich nicht für notwendig und zielführend. Es bestünde eher die Gefahr einer weiteren Fragmentierung und Polarisierung in der Schulgemeinschaft“, äußerte dessen Vorsitzender Michael Schwägerl. Ebenso der bayerische Lehrerverband, der feststellte, dass Söder ohnehin nur die geltende Rechtslage darlegt.

Die Rechtschreib- und Grammatikregeln orientieren sich tatsächlich an den Vorgaben des Rates für deutsche Rechtschreibung, der seit 2004 die Normen setzt, die in allen deutschsprachigen Ländern wie Österreich, Südtirol, Schweiz, Liechtenstein und dem deutschsprachigen Teil Belgiens anerkannt sind. In den Jahren 2018, 2021 und zuletzt in diesem Jahr entschied der Rat, dass Genderformen kein Bestandteil der korrekten deutschen Sprache sind. Die Entscheidungen des Rates sind natürlich kein verbindliches Kriterium für nichtstaatliche Akteure – daher darf jeder sprechen, wie er möchte – was noch vor nicht allzu langer Zeit auch die Position des bayerischen Ministerpräsidenten war.

Verwirrend vielfältige Genderformen

Verfechter der deutschen Sprachnormen, darunter der Verein für deutsche Sprache, empfinden die verwirrend vielfältigen Genderformen als sehr belastend. Tatsächlich stimmen, je nach Umfrage, zwischen 74 und 86 Prozent der repräsentativ Befragten dieser Sichtweise zu und lehnen das Gendern ab. Die meisten von ihnen dürften insgeheim davon ausgehen, dass sich die Mode von selbst erledigt, wie so viele Modesprachen zuvor. In Reden und Vorträgen verschwindet zum Beispiel jede Doppelnennung im Laufe der Zeit – wie bei politischen Rednern, die sich um gendergerechte Sprache bemühen; die „Bürgerinnen und Bürger“ verwandeln sich zunehmend in „Bürger‘nn‘n“.

Linguisten vertreten schon seit langer Zeit die Auffassung und Erfahrung, dass künstlich erzeugte Sprachvorschriften auf Dauer nicht bestehen können. Die Gender-Sprache zeichnet sich zusätzlich dadurch aus, dass sie sich in der Praxis nicht konsequent anwenden lässt. Besonders auffällig ist es für Beobachter, dass bei negativ konnotierten Wörtern sehr oft auf das Gendern verzichtet wird – obwohl es gemäß der reinen Lehre natürlich auch konsequent „Terroristinnen und Terroristen“ heißen müsste, genauso wie „Gewalttäterinnen und Gewalttäter“. Außerdem kommen immer wieder Wörter der jahrhundertealten deutschen Sprache in den Weg.

Einen längeren Text durchgängig zu gendern stellt sich als Hindernis für das Lesen heraus. Entweder überliest man es, was fast zwangsläufig passiert – dann jedoch wird dem Bestreben der Befürworter geschlechtergerechter Sprache, das vernachlässigte Geschlecht „sichtbar“ zu machen, nicht mehr gedient. Oder der Text wird komplett ignoriert. Dieses Problem traf auch den Berliner „Tagesspiegel“, der sich vor Kurzem wieder vom Gendern verabschiedete – die negativen Reaktionen der Leser, einschließlich zahlreicher Abonnement-Kündigungen, waren zu deutlich geworden.

Sprachgebrauch

hat noch nie zu einer Überzeugung geleitet

Das ausgewiesene Zeil der Befürworter der Geschlechtergleichstellung, mittels Sprache eine fortschrittliche Denkweise zu bewirken, wird durch zahlreiche Rückschläge erschüttert. Forscher wie Josef Bayer behaupten grundsätzlich, dass die Verwendung von Sprache niemals zu einer Haltung geführt hat; stattdessen spiegelt die Sprache stets die – neuen – Realitäten wider.

Der Verein für die deutsche Sprache, der nicht darauf warten möchte, dass sich das Anpassen der Sprache von selbst erledigt, hat mittlerweile auch Petitionen und Gerichtsverfahren gegen die Gender-Sprache unterstützt, auch wenn dies nur in einzelnen Fällen messbaren Erfolg haben dürfte. Darunter fällt interessanterweise eine Petition von Frauen an den Bundestag, mit der Forderung, das Gendern zu beenden.

Dort wird gefordert, den “Politjargon” nicht weiter zu verwenden, da die sogenannte geschlechtergerechte Sprache undemokratisch sei, da sie nicht legitimiert ist; rückwärtsgewandt, da sie den Opferstatus von Frauen zementiert und den Status von Minderheiten auf eine Abfolge von Buchstaben reduziert. Außerdem sei sie sexistisch, da geschlechtliche Unterschiede betont würden, auch an Stellen, an denen sie bedeutungslos sind.

Allerdings haben bisher auch wissenschaftliche Erklärungen und Untersuchungen nicht dazu geführt, den Gebrauch von gegenderten Sprachformen zu beenden, sonst hätte die Linguistik dies längst bewirkt. Ein Hauptargument der Befürworter, dass das generische Maskulinum eher eine neue Erfindung männlicher Dominanz sei, wie beispielsweise im Duden-Handbuch zur geschlechtergerechten Sprache angegeben, konnten Sprachforscher wie Ewa Trutkowski und Helmut Weiß widerlegen: Die grammatische Form ist bereits im Althochdeutschen in zahlreichen Schriften nachweisbar, so etwa für Worte wie “Gast”, “Sünder” oder “Freunde” im neunten Jahrhundert.

Trutkowski glaubt dennoch nicht, dass das Gendern so schnell verschwinden wird – es ist für manche einfach zu bequem als funktionaler Sprachgebrauch und hilft, die “richtige” Einstellung zu vermitteln. Auf diese Weise könnte beispielsweise sogar das Vorhandensein des verbreiteten “Gender Pay Gap” von Personalverantwortlichen leicht verschleiert werden, die nur gendern, aber nichts gegen dessen Weiterbestehen unternehmen. In dieser Hinsicht spiegelt die Realität der Sprache jedenfalls nicht wider.

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