Thursday, April 18, 2024
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Schwarz, Gründer und Reuter: Drei Top-Unternehmer könnten die Deutschen aus der Melancholie befreien

Der Befund ist beunruhigend, aber nicht aussichtslos. Er bedrückt, aber es gibt welche, die sich davon nicht anstecken lassen: Deutschland steckt in einer der hartnäckigsten Rezessionen der Nachkriegszeit. Eine miese Zahl zur wirtschaftlichen Entwicklung nach der anderen prasselt auf die Menschen ein: Die Wirtschaft schrumpft, die Inflation bleibt hoch, Mieten steigen.

Aber nicht alle lassen sich davon beeindrucken. Es gibt welche, die trotzdem und gerade jetzt in die Vollen gehen. Diejenigen, die jetzt den Karren aus dem Dreck ziehen. Diejenigen, die sich von der schlechten Stimmung nicht anstecken lassen, sondern Großes nicht nur im Kopf haben, sondern schon dabei sind, es umzusetzen. Drei Beispiele stehen für diese Mutmacher. Es sind große und kleine Vorhaben, es sind junge und alte Macher, die dahinterstehen. Sie alle eint: Sie haben das Zeug dazu, das Land zu verändern.

Krieg hat die Deutschen unvorbereitet getroffen

Doch zunächst zum Befund: Der Krieg in der Ukraine hat die Deutschen unvorbereitet getroffen, als sie gerade einen Politikwechsel herbeigewählt hatten. Die Ampelkoalition war keine drei Monate im Amt, als Russland im Februar 2022 die Ukraine überfiel. Die Folge ist seither eine doppelte Belastung der Wirtschaft. Sie trägt die Folgen innenpolitischer Entscheidungen, wie den Umbau des Landes in Richtung Klimaneutralität. Und sie trägt die Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland, die sich hauptsächlich in höheren Energiepreisen und einem zusammengebrochenen Russland-Geschäft zeigen. Und da die Ampelregierung keinen weicheren Kurs bei der Energiewende verfolgt und sich Deutschland zumindest öffentlich nicht für eine schnelle Beendigung des Krieges durch Verhandlungen einsetzt, befindet sich die Wirtschaft des Landes im längsten Niedergang seit Gründung der Bundesrepublik.

Die Inflationsrate lag 2022 auf einem Höchststand und beträgt mit knapp 6 Prozent 2023 dreimal so viel, wie sich die Bundesbank wünscht. Durch die stark gestiegenen Energiepreise ist dies verursacht worden. Aber die Inflation betrifft alle: Im vergangenen Jahr sind ausgerechnet die Nahrungsmittel deutlich teurer geworden, was damit zusammenhängt, dass Ernten in den wichtigen Getreideländern Ukraine und Russland knapper ausfielen, das Korn nicht rechtzeitig abtransportiert werden konnte und Dünger unerschwinglich geworden ist.

Zinsausgaben des Bundes haben sich verzehnfacht

Die hohe Inflationsrate führt zur Gegenreaktion der Notenbanker, die die Zinsen massiv erhöht haben. Der Effekt für den deutschen Bundeshaushalt springt ins Auge: Im Jahr 2021 betrugen die Zinsausgaben des Bundes gerade einmal 4 Milliarden Euro, im Jahr 2023 waren es geschätzt 40 Milliarden Euro – eine Verzehnfachung innerhalb von zwei Jahren. Der Immobilienmarkt ist wegen der hohen Zinsen beinahe zusammengebrochen. Es ließe sich auch sagen: Eine Blase ist geplatzt. So oder so ist es aber keine gute Nachricht.

Maschinenbauer und chemische Industrie sind die Hauptleidtragenden der Energiepreise und des zusammengebrochenen Handels mit Russland. Die Zahl der Insolvenzen nimmt seit Mitte 2023 zweistellig zu. Betroffen sind vor allem die Branchen Verkehr, Lagerei und die Baubranche. Besonders zugenommen haben Großinsolvenzen. Für 2024 erwartet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform weiterhin steigende Zahlen.

„Deutsche Wirtschaft steht vor einer Zäsur“

Die Folgen des Krieges und der teuren Energie haben zu einem Rückgang von Konsum und Investitionen in Deutschland geführt, was sich auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auswirkt: Preisbereinigt minus 0,3 Prozent lautet die Bilanz 2023. Ob 2024 wieder ein Plus vor der Zahl steht?

Die Ökonomensind uneins. Michael Hüther, Leiter des Instituts der Deutschen Wirtschaft, bringt es auf den Punkt: „Die deutsche Wirtschaft steht vor einem Wendepunkt. Der Konflikt in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland haben die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland stark beeinflusst. Die Profiteure des Chaos sind die Rüstungsunternehmen, vor allem Rheinmetall aus Düsseldorf. Das Unternehmen, das unter anderem an der Fertigung der Leopard-Panzer beteiligt ist, hat es in den Dax geschafft, den führenden Index der Börse, und hat seinen Aktienkurs 2023 um knapp 50 Prozent gesteigert.

Das ist das größtenteils pessimistische Bild. In dieser Lage treten jetzt einige Ermutiger auf den politischen, gesellschaftlichen und vor allem wirtschaftlichen Bühnen auf. Es sind viele, hier sind drei davon.

Lidl-Gründer Schwarz führt an

Eine solche Person ist beispielsweise Dieter Schwarz. Der Gründer von Lidl ist laut der Forbes-Liste der reichste Deutsche, daher fällt ihm ein finanzielles Engagement nicht schwer. Das macht die Angelegenheit jedoch nicht schlechter. Die Stiftung des Lidl-Gründers errichtet in Heilbronn ein Zentrum für künstliche Intelligenz (KI). Daran beteiligt ist auch das Start-up Aleph Alpha, das in Deutschland als Hoffnungsträger gilt. Das Land Baden-Württemberg und die Stiftung investieren jeweils 50 Mio. Euro in den Innovation Park Artificial Intelligence (Ipai), wobei die Stiftung zukünftig voraussichtlich noch bedeutend größere Beträge bereitstellen wird. Auf einem 23 Hektar großen Gelände am Rande der Stadt am Neckar soll gemäß Stiftungschef Reinhold Geilsdörfer bis 2027 ein „kleines, smartes Dorf“ entstehen: mit Forschungslaboren, Rechenzentrum und Raum für Unternehmen und Start-ups.

Ein Teil davon wird auch die junge KI-Firma Aleph Alpha sein. Das Unternehmen ist der Hoffnungsträger der deutschen KI-Branche. Das im Jahr 2019 gegründete Start-up konkurriert mit seinem Sprachmodell Luminous mit OpenAI und deren Sprach-KI ChatGPT. Es betrachtet seine KI als europäische Alternative, die ihre Entscheidungen und Quellen im Gegensatz zu ChatGPT nachvollziehbar und transparent macht. Dieter Schwarz und Aleph Alpha-Chef Jonas Andrulis könnten eine Antwort auf Investoren wie Elon Musk und digitale Wunderkinder wie Sam Altman haben.

Trade Republic überzeugt mit attraktiven Zinsen

Ein weiterer Ermutiger ist Christian Hecker. Er gründete 2015 Trade Republic, eine Bank mit Sitz in Berlin-Pankow, die sich als Online- bzw. Neobroker einen Namen gemacht hat. Und Hecker’s Vision hat sich bewahrheitet: Während der Pandemie startete Trade Republic durch, da plötzlich alle viel Zeit hatten, sich als private Börsenhändler zu betätigen. Als der Boom nachließ, hatte Hecker eine geniale Idee. vier Prozent Zinsen. So viel zahlt Trade Republic seit dem letzten Jahr auf Tagesgeld. Diese bemerkenswerte Zinsaktion bescherte dem Neobroker im vergangenen Jahr zahlreiche Neukunden. Hecker möchte diesen Erfolg nun mit der Einführung einer Bezahlkarte steigern. Damit wird die Börsen-App zu einem Konkurrenten von Sparkassen, Neobanken und Co.

Die Logik dahinter erläutert der Gründer im OMR Podcast so: Nur zwei von zehn Europäern legen bisher ihr Geld in Aktien an. „Aber zehn von zehn haben ein Girokonto.“ Statt also die Mehrheit mühsam per Marketing vom Börseneinstieg zu überzeugen, wählen Hecker und sein Team lieber die Abkürzung direkt ins Portemonnaie. Voraussetzung für die Bezahlkarte ist die Ankündigung, die am Nikolaustag bekannt gegeben wurde: Trade Republic erhält die Vollbankenlizenz der Europäischen Zentralbank.

Der Blick zurück zeigt, wie rasant sich das Berliner Fintech entwickelt hat. Ging es bei der ersten Finanzierungsrunde noch um 67 Millionen Euro, hatte Trade Republic 2022 bereits eine Milliarden-Bewertung erreicht. Inzwischen spricht Hecker selbstbewusst von Charles Schwab als Vorbild. Der US-VermögensverwalterCurrently valued at over 100 billion dollars. “It is possible to create that in Europe as well.”

The natural product Rattan becomes the beacon of hope

Showing entrepreneurial spirit in times of crisis also works on a small scale. Julian Reuter demonstrates this. In the south of Baden-Württemberg, in Kißlegg, Reuter and his team founded “Karuun”. The word is derived from the Indo-Malay expression “harta karun” and means “hidden treasure”. During a trip to Bali, Reuter discovered an almost forgotten material at a small crafts market: Rattan. He observed the artisans making deformations and constructions that were unfamiliar to him for a natural product, and was fascinated. The realization that the cultivation and harvesting of Rattan in the 70s and 80s even contributed to the preservation of the rainforest turned the initial fascination into a forward-thinking vision: to reanimate the material Rattan. This vision is shared by Reuter and his college friend Peter Kraft.
From a 2-person startup, it has grown into a 20-person company that not only wins awards, but also generates revenue. The customers now include automotive suppliers such as Continental and outdoor specialists such as Vaude.
These are three examples of a still vibrant entrepreneurial and encouraging scene in Germany. They are the ones who do not complain, but forge ahead, no matter who governs or wages war.

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