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A conversation with agricultural researcher Friedhelm Taube: “I don’t see any politics oriented towards what is feasible”


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    The plant does not contain genetic engineering

    But don’t worry:
    Genetically modified

    are not present

Wednesday, 01/03/2024, 5:03 PM

Agricultural researcher Friedhelm Taube from the University of Kiel on the failure of the Green Deal due to lobby-driven politics and pure eco-teaching. His credo: much less meat consumption – and a cultivation between organic and conventional.

Table.Media: Professor Taube, in 2017 you were almost the Minister of Agriculture for Daniel Günther’s state. However, it then became a Jamaica government with Robert Habeck as the Minister of Agriculture. Did that bother you?

Friedhelm Taube: No, as a non-partisan negotiator of the CDU for the areas of agriculture and the environment, I suggested a coalitionwissenschaftlich basierten Koalitionsvertrag entwickelt; das war vorzüglich.

Seit 30 Jahren leiteten Sie die Forschungsbereiche Pflanzenbau und ökologischer Landbau in Kiel und waren neun Jahre im Wissenschaftlichen Beirat des Bundeslandwirtschaftsministeriums tätig. Somit haben Sie die Agrarwende intensiv begleitet, die sich die EU mit dem Green Deal verschrieben hat. Kommt diese voran?

Taube: Es wird oft so dargestellt, als ob die Agrarwende eine politische Entscheidung wäre. Hinter dem Green Deal steht jedoch der Joint Research Council, das Wissenschaftsgremium der EU. Die Umsetzung soll nichts anderes als der Stand der Forschung zur Frage, wie Landnutzung im Einklang mit Ressourcenschutz laufen sollte, sein. Dieser Weg muss ambitioniert beschritten werden – und das ist leider nicht der Fall.

Über den Fachmann

Professor Friedhelm Taube ist Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Christian-Albrechts-Universität in Kiel und wissenschaftlicher Leiter des Forschungsschwerpunktes “Ökologischer Landbau und extensive Landnutzungssysteme”. Zudem ist er Mitglied in der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften.

Wo gibt es Schwierigkeiten bei der Agrarwende?

Taube: Wir Wissenschaftler dachten, dass mit dem Regierungswechsel ein Aufbruch kommt, nach dem jahrelangen Bremsen seitens der CDU-CSU und dem Klöckner-Ministerium. Doch das ist nicht der Fall. Die FDP hat die Lobbyarbeit der Union zu 110 Prozent übernommen. Die Grünen und Cem Özdemir gehen bei weitem nicht mutig genug an die Konflikte mit den Koalitionspartnern heran. Und die Kanzlerpartei? Fällt völlig aus. Niemand seitens der SPD versucht, den gordischen Knoten zu durchschlagen.

Welche Art der Veränderung brauchen wir?

Taube: Das Wichtigste ist, den Bevölkerungen in den wohlhabenden Ländern die Notwendigkeit einer Ernährungsumstellung zu verdeutlichen und politisch zu unterstützen. In Deutschland lehnen die konservativen Parteien einen Abbau der Subventionen für die Tierindustrie ab, die jährlich Milliardenbeträge verschlingen. Begründung: Jeder solle selbst entscheiden dürfen, was er verzehrt. Das ist ein Ausweichen vor gesellschaftlichen Problemen.

Wir haben immens hohe Kosten im Gesundheitswesen aufgrund von Fehlernährung. Ich kenne keine Studie weltweit, die das anders sehen würde – abgesehen von Studien im Auftrag des Bauernverbands. Wir müssen unseren Fleischkonsum drastisch reduzieren.

Drastische Reduzierung des Fleischkonsums bedeutet konkret?

Taube: Es geht um Ausmaße von 50 bis 70 Prozent.

Aus gesundheitlichen Gründen.

Taube: Und aufgrund unserer begrenzten Ressourcen. Um eine Kalorie Rindfleisch zu erzeugen, benötigen wir achtmal so viel Land wie für eine pflanzliche Kalorie. Wenn wir in den reichen Ländern den Verzehr tierischer Produkte halbieren würden, könnten wir zugleich den Hunger in der Welt halbieren. Der Hebel ist enorm.

Dieser Text erschien zuerst bei unserem PartnerTable.Media

Europa könnte durch die Ergebnisse einer neuen “Nature”-Studie seine Brotgetreide-Exporte mehr als verdoppeln. So könnten wir den Amazonas schützen, anstatt weitere tropische Urwälder für den Anbau von Soja zu roden. Und wir müssten nicht zu Vegetariern werden, sondern konsequent “Flexitarier” sein.

Was steckt hinter den positiven Aussichten durch die neuen genomischen Züchtungstechniken wie Crispr/Cas?

Taube: Obwohl ich fest davon überzeugt bin, dass wir in den kommenden zehn Jahren auch Ansätze von Crispr/Cas benötigen werden, sollten wir unsere Erwartungen nicht zu hoch setzen. Wir brauchen sie, um den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Allerdings werden wir dadurch höchstwahrscheinlich keine höheren Ernten erzielen. Heute sehen wir bereits höhere Erträge in der konventionellen Züchtung. Diese werden jedoch in der Praxis auf den Feldern nicht vollständig umgesetzt.

Warum gibt es trotz besserer Züchtung keine höheren Ernten?

Taube: Es fehlt an kultureller Vielfalt, die Pflanzen widerstandsfähiger macht. Vor 30 Jahren wurden auf einem Feld in der Regel Kleegras, Getreide, Raps, Rüben und andere Pflanzen angebaut. Heutzutage gibt es in einer sogenannten Fruchtfolge oft nur noch zwei bis drei Kulturen, obwohl die europäische Agrarpolitik neuerdings die Anbau von vier Kulturen vorsieht, was jedoch nur auf sehr begrenzter Fläche umgesetzt wird.

Hier im Norden ist die gängige Fruchtfolge Raps-Weizen-Weizen. Wenn der Raps sehr rentabel ist, bauen die Landwirte ihn alle zwei Jahre an. Dann wundern sie sich über Rapskrankheiten, die seit 60 Jahren nicht mehr aufgetreten sind. Sie züchten förmlich Krankheiten und Unkräuter heran. Der Ackerfuchsschwanz ist mittlerweile im Getreide gegen Herbizide resistent.

Würden vielfältige Fruchtfolgen mehr helfen als neue Pflanzenzüchtungen?

Taube: Bevor wir über kontrovers diskutierte Technologien sprechen, sollten wir dringend über andere Innovationen sprechen. Wir haben einen zweijährigen Anbau von Kleegras im ökologischen und im konventionellen Landbau getestet. Das Ergebnis: Wir benötigten keine Pflanzenschutzmittel mehr! Stattdessen konnten wir Kohlenstoff speichern und Stickstoff aus der Luft gewinnen, wodurch die CO2-Emissionen nahezu null waren.

Zudem liefert die Futterpflanze Kleegras Eiweiß – adieu Importsoja. Wir haben der Bundesregierung vorgeschlagen, Kleegras in die ökologischen Richtlinien für alle Landwirte aufzunehmen – bisher jedoch ohne Erfolg.

Was ist mit dem Argument des Bauernverbands, dass der Bio-Anbau aufgrund seiner geringeren Erträge die Welternährung gefährden würde?

Taube: Dieses Argument ist falsch. Wenn wir weniger Fleisch konsumieren würden, könnten wir sogar mehr ökologischen Landbau betreiben und dennoch den Welthunger bekämpfen. Dennoch halte ich das politische Ziel der Ampel, bis 2030 30 Prozent des Anbaus auf ökologischen Landbau umzustellen, weder für realistisch noch für sinnvoll. Denn wir haben in einigen Bundesländern gerade mal einen Anteil von rund sechs Prozent.

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Why aren’t more farmers switching?

Taube: I spend a lot of time outside speaking with farmers who would like to do something for the environment. However, they observe, for example, that their neighbor who switched to organic farming four years ago had to endure two years of hardship – during which he couldn’t market his produce as organic – and then did not receive the full eco-price for his milk. So naturally, he asks himself, why should I take this risk? There are other solutions. It’s just that the policies do not offer them.

What do you suggest instead of organic?

Taube: We call it the third ways to feed the world. This was a major research project that we carried out with 20 doctoral students worldwide. Third ways are hybrid systems with elements of organic farming. If conventional farmers align only 50 percent of their crop rotation with organic standards, they can do without pesticides and mineral fertilizers. But instead of consistently pursuing such feasible paths, one side insists on the status quo while the other advocates the pure organic doctrine. I see no policy that is oriented towards what is possible.

Objection! Organic is feasible, standardized, and regulated. Would there not be a risk of greenwashing with third ways, for example with a mandatory clover grass cultivation?

Taube: The farms are perfectly controlled with regard to their land use. We have satellite images that clearly show which crop is where. Moreover, it is completely inappropriate for Cem Özdemir, the Minister of Agriculture, to advertise organic farming in large ads regarding its climate friendliness. The carbon footprint between organic farms varies more than that between organic and conventional. Advertising explicitly for one group of agriculture is not appropriate for an Agriculture Minister.

How would you convince farmers to adopt your eco-conventional approach?

Taube: We could start immediately in the current subsidy system. Normally, the farmer grows maize as a fodder plant on the same field for many years. Significant environmental costs could be avoided by compensating him for choosing to alternate with the alternative, clover grass, and earning slightly lower yields but doing more for the environment.

And how would you develop the Common Agricultural Policy in the long term?

Taube: There should be no more money for land ownership. Today, the EU still pays around 150 euros per hectare, ultimately only increasing the value of the land. From 2028, there should only be money for ecosystem services. There are models for this. The public welfare bonus of the German Association for Landscape Care even received a majority in the EU Parliament. But the Council did not adopt it because the conservative EPP was against it. This is unacceptable – especially in view of the current financial situation.

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Is “regenerative agriculture” what you are advocating for?

Taube: The term is not protected, anyone can label themselves as regenerative. Essentially, it is a return to traditional agricultural principles: cultivation systems with more diversity, with deep-rooted plants such as clover or legumes, which form root passages for subsequent crops, making water access easier.

Are you making headway with these proposals among the agricultural ministers of the states?

Taube: Bavaria, as a very wealthy region, is a pioneer in this regard. They have a program for lucerne, especially in Franconia, where there are problems with nitrate due to the permeability of the soils and the dryness. By cultivating lucerne or clover for two to three years, they solve the problem. Apart from Bavaria, the ministries led by the conservative parties are more inclined towards AI technology. And those led by the green party primarily attempt to promote organic farming.

One of your research focuses is fertilization. Brussels found the 2017 and 2020 improved Fertilizer Ordinance (DÜV) so good that it dropped the proceedings against Germany in June due to increased nitrate levels. Is that your success?

Taube: Not “my success”, no, but I believe as a scientist to have made a necessary contribution. The Julius Kühn Institute has examined the implementation of the new Fertilizer Ordinance in six regions in Germany – with voluntary participants. The result: Half of the farms are doing very well, the others are not. And these are farms that believe they are doing well! Nevertheless, we have achieved a nationwide reduction in nitrogen surpluses by about 20 percent in five years. This shows that regulatory law is effective.

The German Environmental Aid recently won a lawsuit against Lower Saxony and North Rhine-Westphalia due to nitrate pollution in the Emsland region. So, did Brussels prematurely let Germany off the hook?

Taube: The dropping of the proceedings against Germany expressed a degree of advance trust. However, there are still threats of lawsuits regarding the EU Water Framework Directive and ammonia from agriculture. Moreover, the EU Marine Strategy incorporates phosphate. The phosphate problems are still significantly more serious than nitrate pollution in some livestock farming regions…

… which is still too high in the Ems river basin.

Taube: I can understand the lawsuit by the German Environmental Aid very well. The districts of Cloppenburg and Vechta, strongholds of livestock farming, have still hardly implemented the legal minimum requirements, and inexplicably, this has apparently been tolerated even five years after the amendment of the fertilizer rules.

So, what can Lower Saxony do now in its Red Zones?

Taube: One measure that works quickly would be to not only fertilize less but above all to reduce organic fertilization with manure because, in addition to nitrogen, too much phosphorus from livestock farming returns to the fields through the manure.

Do the farmers need to slaughter animals for that?

Taube: That is a business decision. The farmer has to ensure that the excess manure from his animals is removed. Because it costs, this may in the end lead to fewer animals.

Finally, will you continue to advocate for an agricultural transformation even as a retiree?

BASF has appointed me to its International Nature Advisory Council as well as Tönnies Research to its Advisory Board.

How can you help there?

Taube: I have presented primarily on future milk production based on grassland feed. In the audience were the chief buyers of major supermarket chains. The food industry is at least a decade ahead of politics and the farmers’ association!

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